Eklat an Schule Brühlberg Fritschi: «Mir sind die Hände gebunden, ein ohnmächtiges Gefühl!»

An der Schule Brühlberg in Winterthur hat die gesamte Lehrerschaft gekündigt. Der Grund: Unstimmigkeiten mit der Schulleiterin. Der Konflikt hat eine lange Vorgeschichte. Schulstadtrat Stefan Fritschi bedauert die Entwicklungen, er sieht jedoch keine Möglichkeiten, einzugreifen.

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Eklat an Schule

3:21 min, aus Schweiz aktuell vom 7.4.2017

«Die Situation läuft offensichtlich aus dem Ruder», sagt Schulstadtrat Stefan Fritschi. «Ich bedaure dies ausserordentlich, besonders die Unsicherheit für die Kinder und Familien, aber auch für die Lehrerinnen und Lehrer.»

Im Brühlberg haben alle acht Lehrerinnen und Lehrer gemeinsam gekündigt. 80 Kinder wissen nicht, zu wem sie nach den Sommerferien in die Schule gehen, schreiben heute «Tages-Anzeiger» und «Landbote».

Der Stadtrat muss zusehen

Vorangegangen war ein langer Konflikt mit der Schulleiterin. Eine Intervention der Eltern beim Aufsichtsorgan, dem Bezirksrat, brachte nichts.

«  Ich darf mich nicht einmischen. »

Stefan Fritschi
Schulstadtrat Winterthur

Stadtrat Stefan Fritschi würde gerne eingreifen. Aber: «Mir sind die Hände gebunden, ein ohnmächtiges Gefühl! Ich muss zuschauen, wie grosse Probleme entstehen, die Kündigungen, die Unsicherheit, aber ich kann nichts tun.»

Denn er dürfe sich nicht einmischen: «Ich habe kein Recht, bei personellen, pädagogischen oder schulinternen Entscheiden Stellung zu beziehen oder einzugreifen. Dies kann nur die Kreisschulpflege.» Und diese stützt die Schulleiterin laut den Zeitungsartikeln.

Die Eltern wollen handeln

Stefan Fritschi bleibt nichts anderes als zu hoffen, «dass die Schule - eine Vorzeigeschule - zur Ruhe kommt. Dass es mehr Konstanz gibt. Dass die Schüler weniger Lehrerwechsel haben.»

Die Eltern hingegen wollen handeln. Marcel Vosswinkel, der selbst zwei Kinder im Brühlberg-Schulhaus hat, fordert im Namen von 60 Eltern den Rücktritt der Schulleitung und des Präsidenten der Kreisschulpflege Stadt-Töss. Um dies zu erreichen, wollen sich die Eltern wehren. Für den nächsten Dienstag ist eine Demonstration vor dem Büro der Kreisschulpflege Stadt-Töss geplant.