Fünf Tage für den jüdischen Film

Zum zweiten Mal zeigt das Filmvestival Yesh! in Zürich eine Auswahl neuer jüdischer Filme. Der fünftägige Anlass will Wissen über die jüdische Kultur vermitteln, Interesse am Judentum wecken und das Verständnis dafür fördern.

Porträt eine Mannes vor SRF-Logo

Bildlegende: Michel Rappaport, Direktor des jüdischen Filmfestivals Yesh! in Zürich. SRF

Auf dem Programm stehen fünf Dokumentar- und 16 Spielfilme, die bislang fast nur an ausländischen Festivals zu sehen waren. Sie setzen sich kritisch, teils auch humorvoll mit Themen der Kultur, der Geschichte und der Religion des jüdischen Volks auseinander. Im Mittelpunkt stehen dabei das Verhältnis von säkularem und orthodoxem Judentum, die Frage nach Assimilierung oder Integration, Israel und der Nahostkonflikt sowie auch der Holocaust. Diskussionen mit Gästen aus der Filmbranche runden das Filmprogramm ab.

«Die Palette an Filmen ist sehr breit und soll möglichst viele Menschen ansprechen», sagt Festivalpräsident Michel Rappaport. Das Filmfestival findet vom 10. bis 14. März in den Zürcher Kinos Houdini und Arthouse Uto statt. Die erste Ausgabe von Yesh! vor einem Jahr wurde vom Brand des Kinos Houdini überschattet. Das Festival musste auf einen anderen Spielort ausweichen und wurde vom Publikum deshalb nur am Rande wahrgenommen.

«  Viele Filme zu jüdischen Themen fallen weltweit durch die Maschen. »

Michel Rappaport
Direktor des Filmfestivals Yesh!

Einer der Höhepunkte von Yesh! ist sicher der ungarische Spielfilm «Son of Saul», der vor kurzem einen Oscar gewann. Die Hauptdarsteller von «Son of Saul» werden zur Schweizer Vorpremiere im Rahmen des Festivals als Gäste erwartet. Ein Beispiel für den humoristischen Zugang zum aktuellen Thema von Religions- und Kulturunterschied ist der britische Spielfilm «Dough»: Ein alternder jüdisch-orthodoxer Londoner Bäcker stellt mangels Nachfolge einen jungen muslimischen Gehilfen aus Afrika an, und die beiden unterschiedlichen Männer werden zu dicken Freunden.