Für Ausbau des Bahnhofs Stadelhofen, aber gegen VCS-Iniative

Beim Ausbau des Bahnhofs Stadelhofen in Zürich soll der Kanton nicht vorpreschen. Das Projekt sei in Bern auf gutem Weg, ein zu grosses «Gstürm» könnte kontraproduktiv sein, befürchtete die Mehrheit des Kantonsrats.

Ein Zug fährt ein in den Bahnhof Stadelhofen.

Bildlegende: Von der Kapazität her am Limit: Dennoch ist der Kantonsrat gegen die Initiative des VCS. Keystone

Der VCS verlangt mit seiner Initiative, dass der Kanton die Planung für den Ausbau des Bahnhofs Stadelhofen an die Hand nimmt und mitfinanziert. Der Bahnhof, der kapazitätsmässig seit Jahren am Limit ist, soll ein viertes Gleis erhalten. Bis 2028 - so die Initiative - soll der Ausbau realisiert sein. Es wird mit Kosten zwischen 470 und 670 Millionen Franken gerechnet.

Der Kantonsrat empfiehlt die Initiative nun aber mit 122 zu 52 Stimmen zur Ablehnung. Noch deutlicher hat er sich dagegen ausgesprochen, den Stimmberechtigten einen Gegenvorschlag zu unterbreiten.

Ausbau kommt auch so

Nach Meinung der Ratsmehrheit führen weder Initiative noch Gegenvorschlag zu einer wesentlichen Beschleunigung des Projektes. Der Bahnhof Stadelhofen sei explizit Bestandteil der vom Volk im Februar gutgeheissenen Fabi-Vorlage (Finanzierung und Ausbau der Bahninfrastruktur). Damit sei die Finanzierung durch den Bund aufgegleist. Nach der Zustimmung zu Fabi habe der Bundesrat das Bundesamt für Verkehr bereits angewiesen, die Planung an die Hand zu nehmen.

Misstrauisch gegenüber dem Bund

Verschiedene Sprecher der bürgerlichen Fraktionen warnten davor, mit der Initiative ein falsches Signal nach Bern zu senden. Der VCS wolle «mit dem Kopf durch die Wand».

Die Grünen und die GLP wollten an der Initiative festhalten. Sie misstrauten den Zusicherungen des Bundes. Es gelte Verbindlichkeiten zu schaffen, damit der Kanton Zürich in Bern bessere Karten in der Hand habe, sagte Mitinitiantin Gabi Petri (Grüne, Zürich).

«Vercheiben wir es nicht mit Bern»

Volkswirtschaftsdirektor Ernst Stocker (SVP) zeigte sich erstaunt: «Wir streiten über etwas, das alle befürworten.» Der Ausbau des Bahnhofs Stadelhofen sei ein «Wunschkind» - und das brauche seine Zeit. «Alle Signale stehen jedoch auf grün», versicherte Stocker. Der Kanton habe in Bern sehr gute Karten. «Vercheiben wir es nicht.» Man müsse auch mal wissen, wann es genug sei, appellierte Stocker an die Adresse der Initianten.

Bürgerliche, aber auch die SP schlossen sich dieser Meinung an. Definitiv über die Vorlage entscheiden werden die Stimmberechtigten.

(sda/kueh; Regionaljournal Zürich Schaffhausen, 12:03 Uhr)