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Zürich Schaffhausen «Für das Zusammenleben brauchts Wissen, nicht ignorante Toleranz»

Seit sieben Jahren ist das Lehrmittel für das neue Fach «Religion und Kultur» in Arbeit. Nun ist es fertig. Es soll Kinder der ersten bis neunten Klasse in die Traditionen der Weltreligionen einführen - und zwar möglichst nah an ihrem Alltag. Erste Erfahrungen zeigen: Die Bücher kommen gut an.

Zwei der drei Schulbücher für "Religion und Kultur"
Legende: Wissen über Religion ist auch Weltwissen. Die Bücher sollen es kindergerecht vermitteln. SRF

Ein Foto des Grossmünsters, darunter zwei betende Muslime, Blickrichtung Osten. Dieses Bild zeigte Regierungsrätin Regine Aeppli, als sie das neue Lehrmittel vorstellte. «Solche Situationen sollen die Kinder mit Hilfe der Bücher verstehen lernen», sagte Aeppli zum «Regionaljournal Zürich Schaffhausen».

«Wir leben in einer heterogenen Gesellschaft. Die Kinder kommen aus verschiedenen Traditionen und haben unterschiedliche religiöse Wurzeln.» Dem müsse der Unterricht gerecht werden. Denn:

Es ist auch Auftrag der Schule, ein friedliches Zusammenleben zu gewährleisten.
Autor: Regine AeppliZürcher Bildungsdirektorin

Und dafür brauche es nicht ignorante Toleranz, sondern fundiertes Verständnis der anderen Kulturen und Traditionen.

Eine Seite aus dem Schulbuch für die Mittelstufe mit Bildern einer Schule, einer Kirche und eines Muezzins.
Legende: Schulglocke, Kirchengeläut, Gebetsruf: eine Seite aus dem Schulbuch für die Mittelstufe. SRF

2004 entstand deshalb das neue Fach «Religion und Kultur». Der Lehrplan wurde gemeinsam mit allen Religionsvertretern erarbeitet. Bisher unterrichteten die Lehrerinnen und Lehrer mit provisorischem Unterrichtsmaterial. Neu gibt es drei Bücher für Unter-, Mittel- und Oberstufe. «Wie entstand unser Kalender?», «Die Häuser der Religionen» oder «Schon gehört von Maria?» heissen die Kapitel.

Gute Erfahrungen

Einige Lehrerinnen und Lehrer arbeiten bereits mit den Büchern. Kritik habe er bis jetzt keine gehört, sagt Martin Wendelspiess, Chef des Volksschulamtes. «Wenn ich in den Schulhäusern bin, erlebe ich, dass das Fach die Kinder wirklich interessiert.»

Kritik gibt es bis jetzt erst von den Atheisten, die monieren, sie kämen zu kurz. Doch Martin Wendelspiess hofft, ihnen den Wind aus den Segeln zu nehmen. Denn auch der Atheismus ist Thema im neuen Lehrmittel. Ab 2014 müssen alle Lehrerinnen und Lehrer mit den neuen Büchern arbeiten.

5 Kommentare

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  • Kommentar von Stefan Schmidt, Harsewinkel
    "ignorante Toleranz" ist übrigens eine üble Diskriminierung von Menschen, die friedlich mit den Religionen auskommen, aber kein Interesse an ihnen haben. Diesen Menschen zu unterstellen, sie würden einem friedlichen Zusammenleben der Menschen im Weg stehen ist einfach nur eine arrogante Frechheit und eine Verkehrung der Tatsachen. Das ist in etwa so, als wenn man behaupten würde, zu aufreizend gekleidete Frauen wären Schuld an ihrer Vergewaltigung.
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  • Kommentar von Stefan Schmidt, Harsewinkel
    Und natürlich richten sich die Bücher an die Jüngsten. Die lassen sich mit so was noch leicht beeindrucken und beeinflussen. Diese Bücher, dieses Fach hat nur einen Zweck: Religionen eine Sonderstellung zuzugestehen. Sie über nichtgläubige Menschen zu heben.
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  • Kommentar von Stefan Schmidt, Harsewinkel
    "Der Lehrplan wurde gemeinsam mit allen Religionsvertretern erarbeitet. " Humanisten? Ahteisten? Fehlanzeige. Da brauche ich nicht lange um mir vorzustellen, was das so drin steht. "Denn auch der Atheismus ist Thema im neuen Lehrmittel." Und auch da kann ich mir vorstellen, wie er behandelt wird. Nämlich als nebensächliche "Glaubensrichtung". Die Religionslobby haben es mal wieder geschafft, die Schulen zu infiltrieren. Glückwunsch!
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