«Für den Steuerzahler und die Stadt eine Sauerei»

Die Kostenüberschreitung von mehr als einer Million Franken beim Neubau des Künzle-Heims hat im Schaffhauser Stadtparlament heftig zu reden gegeben. In der Kritik stand vor allem der Stadtrat selbst und die zuständige Baukommission. Die Stadt hat mitunter aus diesem Fall die Lehren gezogen.

Das Altersquartierzentrum Künzle-Heim.

Bildlegende: Die Kosten für das neue Altersquartierzentrum Künzle-Heim wurden um eine Million Franken überschritten. zvg

Der Schaffhauser Stadtpräsident Thomas Feurer hat im Parlament die Kostenüberschreitung beim Altersquartierzentrum Künzle-Heim als «Sauerei für die Stadt und den Steuerzahler» bezeichnet.

Nun müssen sich der Gesamtstadtrat und die zuständige Baukommission selbst an der Nase nehmen: Die Kommission konnte sich offenbar nicht durchsetzen und liess den Architekten gewähren. Zudem überschritt sie in einzelnen Fällen ihre Entscheidungskompetenzen. Der Stadtrat liess seinerseits die Führung vermissen. Am Schluss waren teure Nachbesserungen nötig.

Pflichtenhefte werden angepasst

Ändern konnte das Stadtparlament an der Bauabrechnung allerdings auch nach einer langen Debatte nichts mehr. Einzelne SVP-Mitglieder lehnten die Abrechnung zwar demonstrativ ab. Am Schluss wurde sie dennoch mit 19 zu 6 Stimmen genehmigt.

Die Stadt zieht jedoch ihre Lehren aus dem Debakel. Sie überarbeitet sämtliche Pflichtenhefte im Zusammenhang mit Bauvorhaben und hat die Kostenkontrolle intensiviert.