Für jeden Spitalpatienten gibt es 9'480 Franken

Die Zürcher Regierung hat die Tarife für die Fallpauschalen festgelegt. Dies, weil sich die Krankenkassen und Spitäler nicht einigen konnten. Gut möglich, dass dieser Tarifentscheid noch die Richter beschäftigen wird.

Leere Betten im Gang des Universitätsspitals Zürich.

Bildlegende: Zürcher Spitäler sind über die neuen Tarife enttäuscht. Keystone

Lange haben die Versicherungen und Spitäler im Kanton Zürich über die Basisfallpreise für Spitalbehandlungen gestritten. Nur die wenigsten konnten sich einigen.

Und so hat nun der Zürcher Regierungsrat alleine über die Fallpauschalen entschieden und die Tarife festgesetzt.

Für nichtuniversitäre Spitäler beträgt die Fallpauschale mit Notfall 9'480 Franken, ohne Notfall 9'280 Franken. Das Unispital Zürich erhält 11'300 Franken pro Fall und das Kinderspital 12'800 Franken. Mit diesen Tarifen habe man sich an jenen Spitälern orientiert, «die ihre Leistung in der notwendigen Qualität effizient und günstig erbringen», heisst es in der Mitteilung der Regierung.

Empfehlung des Preisüberwachers nicht übernommen

Das Tarifmodell, welches im Kanton Zürich nun gelten soll, stützt sich auf das sogenannte Benchmark-Modell. Das heisst, dass vergleichbare Spitäler für die gleiche Leistung den gleichen Preis erhalten.

Damit folgt der Regierungsrat nicht den Empfehlungen des Preisüberwachers. Dieser wollte effizienten Spitäler nicht den gleichen Preis für die gleiche Leistung zugestehen.

Spitäler mit Regierung unzufrieden

In einer ersten Reaktion zeigen sich die Spitäler enttäuscht. Wie der Verband der Zürcher Krankenhäuser mitteilt, seien die Tarife massiv tiefer als in der übrigen Schweiz. «Mit den staatlich angeordneten Fallpauschalen von 9'480 Franken werden die meisten Zürcher Spitäler ihre Kosten für eine Behandlung von allgemein versicherten Patienten und Patientinnen nicht decken können». Der Verband prüft einen Rekurs beim Bundesverwaltungsgericht.

Auch die Stadt Zürich kann den Entscheid der Regierung nicht nachvollziehen. Sie wird ihn voraussichtlich anfechten. «Ich bin besorgt», sagt die zuständige Stadträtin Claudia Nielsen. Für sie ist klar, dass die beiden Stadtspitäler Triemli und Waid in Sachen Tarife speziell behandelt werden müssen.

Weniger enttäuscht äussert sich Tarifsuisse. Diesem Verband ist ein grosser Teil der Krankenkassen angeschlossen. «Auf den ersten Blick sind die vom Regierungsrat festgelegten Tarife gar nicht so schlecht», erklärt Verbandsdirektorin Verena Nold auf Anfrage des Regionaljournals. Tarifsuisse wolle diese Basisfallpreise aber dennoch genau anschauen.