«Gegen sie ist jeder Mann ein Waschlappen»

Einstimmig und diskussionslos nominierten die Delegierten der Kantonalzürcher CVP die 56-jährige Staatsanwältin Silvia Steiner zur Regierungsratskandidatin. Mit ihr will die CVP den Sitz zurückerobern, den sie vor drei Jahren ganz knapp an den Grünen Martin Graf verloren hat.

Die Delegierten der Kantonalzürcher CVP nominieren Silvia Steiner einstimmig zur Regierungsratskandidatin.

Bildlegende: Die Delegierten der CVP sind sich einig: Silvia Steiner soll den Regierungsratssitz zurückerobern. SRF

Die rund 100 Delegierten der Kantonalzürcher CVP brauchten weder Bedenkzeit noch lange Diskussionen. Innert zwei Minuten wählten sie Silvia Steiner einstimmig zur Regierungsratskandidatin für die Wahlen 2015.

Nach der einleitenden Rede von Parteipräsidentin Nicole Barandun hatte nur noch ein einziger Delegierter das Wort verlangt, um eine Frage zu stellen. Ein zweiter empfahl die Kandidatin aufs Wärmste, strich ihre Leistungen als Staatsanwältin im Kampf gegen Menschenhandel heraus und schloss sein Votum mit den Worten: «Gegen sie ist jeder Mann ein Waschlappen.»

Taktischer Vorsprung - langer Wahlkampf

Die CVP hat als erste Partei im Kanton Zürich eine neue Regierungsratskandidatin gekürt. Dies verschafft ihr zwar einen taktischen Vorteil, ihre Kandidatin muss sich nun aber auch ein ganzes Jahr im Wahlkampf bewähren. Punkten will Silvia Steiner mit Sachkompetenz. «Ich bin Sachpolitikerin, Juristin und der Sache verpflichtet, ich will mich gern für das Amt und das Wohl der Bevölkerung einsetzen. Damit muss ich die Stimmbürgerinnen und -bürger überzeugen, mehr habe ich nicht zu bieten», sagte sie gegenüber dem «Regionaljournal Zürich Schaffhausen».

Diplomatische Zurückhaltung beim Thema Graf

Kein Wahlkampfthema sollen die Querelen rund um den Fall Carlos und die damit verbundenen Vorwürfe an Regierungsrat Martin Graf sein. Profilierte sich die CVP im Kantonsrat noch als schärfste Kritikerin Grafs, gaben sich an der Delegiertenversammlung Parteileitung und auch Silvia Steiner betont diplomatisch: «Es geht uns nicht darum, Jemanden - oder auch jemanden Bestimmten - aus dem Amt zu drängen. Wir wollen einfach um den Regierungsratssitz kämpfen.» Die Amtsführung müsse jedermann selbst verantworten, dies gelte auch für Martin Graf.