Gelbe Balken: Eine Gasse für das Velo in der Stadt Zürich

Die Stadt Zürich startet einen neuen Versuch, um die Sicherheit der Velofahrenden zu erhöhen. 60 Zentimeter breite, hellgelbe Farbbalken am rechten Strassenrand sollen dazu beitragen, dass Autos mehr Abstand wahren und Velofahrer rechts besser an ihnen vorbeikommen.

Ein gelber Balken auf der Strassenoberfläche

Bildlegende: Der gelbe Balken soll Velofahrerinnen und Velofahrern das Überholen auf der rechten Seite erleichtern. zvg

Anfangs Juli färbte die Stadt Zürich bereits an heiklen Stellen Velostreifen mit roter Farbe ein. Damit sollen Velofahrer bei unübersichtlichen Abzweigungen weniger übersehen werden.

Nun greift die Stadt erneut in den Farbtopf: Vom Versuch an der Seefeldstrasse mit 60 Zentimeter breiten, hellgelben Farbbalken verspricht sich die Stadt mehr Sicherheit und Komfort für die Velofahrenden. «Immer wieder monieren sie, dass Autofahrer am rechten Rand zu wenig Platz lassen», sagt Heiko Ciceri von der Dienstabteilung Verkehr. Die Stadt erhofft sich, dass der dicke, gelbe Streifen die Autos abschreckt und sie deshalb mehr Distanz wahren.

Rechtlich sind die Balken bedeutungslos

Bei den gelben Balken handelt es sich aber nicht um einen Radstreifen. Sie haben deshalb keine Bedeutung und Autofahrer dürfen sie normal befahren, heisst es bei der Stadtpolizei. Sie begleitet den Test mit einer Präventionskampagne. Velopolizisten patrouillieren mit ihren Mountainbikes und bitten die Autofahrer, die Gasse frei zu lassen.

Ein Geschenk erinnert an den gewünschten Abstand

Die meisten Autofahrer hätten Verständnis, sagt René Ruf von der Stadpolizei: «Auch wenn sie nicht damit einverstanden sind, dass sie angeblich immer zu wenig Platz lassen würden - es kommen immer gute Gespräche zustande.» Damit sich die Autofahrer an die Kampagne erinnern, erhalten sie von der Stadtpolizei einen ausfahrbaren Meter als Geschenk.

Der Versuch an der Seefeldstrasse erfolgt im Rahmen des Programms «Stadtverkehr 2025», um die Attraktivität des Veloverkehrs zu erhöhen. Der Test läuft bis Anfang 2015.

Danach entscheidet die Stadt, ob die gelbe Markierung an anderen Stellen eingesetzt wird.