Geplante Mini-Autobahn im Zürcher Unterland entzweit die Geister

Die Kantonsstrasse durch den Hardwald zwischen Bülach und Glattfelden sorgt für Staus zu den Stosszeiten. Die Zürcher Regierung möchte nun die Strasse zu einer Mini-Autobahn ausbauen. Die linken Parteien sind skeptisch, rechts findet man die Pläne gut. Am Schluss dürfte das Volk entscheiden.

Mit einer sogenannten Mini-Autobahn durch das Zürcher Unterland will die Kantonsregierung das Nadelöhr beim heutigen Autobahn-Ende in Bülach beheben. Die Schaffhauserstrasse durch den Hardwald soll von zwei auf vier Spuren ausgebaut werden. Das kommt einem Gesinnungswandel der Zürcher Regierung gleich. Diese hielt 2009 noch fest, dass zwei Spuren genügten, um den Verkehr im Hardwald zu bewältigen.

Freude bei den Bürgerlichen

Der Ausbau der Kantonsstrasse ist ein Auftrag des Parlamentes an die Regierung. Die nun präsentierte Lösung ist für den Bülacher SVP-Kantonsrat Claudio Schmid eine gute Lösung: «Wir haben den Stau heute bis in die Stadt, diesen muss man verflüssigen. Wir haben lange darauf gewartet.»

Skepsis im linken Lager

Auf der linken Seite ist die Freude über die geplante Mini-Autobahn deutlich getrübt. Der Grüne Bülacher Gemeinderat David Galeuchet will das Projekt bekämpfen: «Mir bricht es das Herz, wenn eine solch überdimensionierte Strasse geplant wird!»

Volk wird wohl entscheiden

Das Strassenprojekt liegt zunächst öffentlich auf. Anschliessend wird der Zürcher die geschätzten rund 90 Millionen Franken dafür absegnen. Weil es bei der Mini-Autobahn durchs Zürcher Unterland um eine Grundsatzfrage geht, rechnen schon heute Politiker aller Lager damit, dass das Referendum ergriffen und das Volk das letzte Wort haben wird.

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