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Gewalt unter Fussballfans «Wer bessere Fanarbeit will, muss mehr Leute einstellen»

FCZ-Fans, die GC-Anhänger verprügeln. Direkt neben dem Stadion oder abseits, an Tagen ohne Spiel. Die Gewalt unter Fussballfans gibt gerade viel zu reden. Was kann die Fanarbeit tun? Antworten gibt der oberste Fanarbeiter der Schweiz, Christian Wandeler.

Publikum im Stadion, Rauchpetarden, eine Fahne.
Legende: Krawalle und Schlägereien unter Fans beschränken sich nicht auf das Fussballstadion. Keystone

SRF: Krawalle und Schlägereien unter Fussballfans sind in aller Munde. Was lösen derartige Meldungen bei Ihnen aus?

Christian Wandeler: Auch ich habe keine Freude an derartigen Vorkommnissen. Wir setzen uns für eine Beruhigung ein.

Wie denn? Wie muss man sich die Fanarbeit vorstellen?

Fanarbeiter sind nah dran, sind Vertrauenspersonen, damit sie vermitteln können. Gleichzeitig sind sie auch in engem Kontakt mit Verein und Behörden. In dieser Sandwich-Funktion versuchen wir, den Dialog zu fördern.

Christian Wandeler

Christian Wandeler ist Geschäftsleiter von Fanarbeit Schweiz und damit oberster Fanarbeiter der Schweiz. Der soziokulturelle Animator ist Gründer und Mitherausgeber des Magazins «tschutti heftli» sowie Co-Autor der Fussballbücher «Der Wolf - Fussball-Legende Paul Wolfisberg» und «Stadion Allmend».

Die Gewalt findet neuerdings nicht mehr nur an Spieltagen rund ums Stadion statt sondern auch ausserhalb. Wie kann die Fanarbeit bei solchen Fällen überhaupt eingreifen?

Die Frage ist nicht, was die Fanarbeit tun kann oder nicht. Wir müssen alle zusammen schauen, dass wir das Problem in den Griff bekommen. Der Dialog ist ein Mittel und hier ist die Fanarbeit ein wichtiger Partner.

Die Zürcher Clubs wollen die Fanarbeit verbessern. Wo sehen Sie Möglichkeiten?

Wenn man bessere Fanarbeit will, muss man die Pensen aufstocken.

Eine weitere Forderung ist, dass sich die Fankurve selber regulieren soll. In Zürich scheint dies nicht zu funktionieren. Wie sieht es anderswo in der Schweiz aus?

Diese Selbstregulierung ist von aussen schwer zu beurteilen. Es wird sehr viel in der Kurve reguliert. Das ist nicht immer sichtbar. Und die Regulierung findet auch nicht immer im Sinne der Gesellschaft statt. Aber sie ist ein wichtiger Bestandteil.

Das Interview führte Damian Grunow.

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6 Kommentare

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  • Kommentar von W. Pip (W. Pip)
    Unökonomische Approaches für Probleme können wir uns nicht mehr leisten. Will heissen: mehr Personal wegen solchen Deppen liegt nicht drin. Der konstengünstige Ansatz, füpr den ich votiere, ist ein komplettes Verbot von öffentlichen Austragungen in der NLA. Hart, aber wirksam.
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  • Kommentar von Charles Dupond (Egalite)
    Gewalt wird nur in Zusammenhang mit Raub und sexuellem Missbrauch hart bestraft. Ein Krueppelschlaeger hat eine Minimalbelohnung von ganzen sechs Monaetli Tagessaetzen Geldstrafe (fast immer bedingt). Wer dabei ein Feufi klaut, hat noch eine Mindeststrafe von fuenf Jahren. Anstatt alle Gewalttaeter und deren Mitleufer mit viel hoeheren Mindeststrafen abzuschrecken, wird daran gebastelt, den Raub mit schwerer Koerperverletzung von 5 auf 3 Jahre zu "downgraiden". Der Staat verliert sein Gewaltmono
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  • Kommentar von Esther Siefert (E.S. (parteilos))
    Fussball ist ein "primitiver" Sport - Punkt. In keinem anderen Sport braucht es sogen. "Fanarbeit".
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