Grosser Lagerkampf bei den Zürcher Regierungsrats-Wahlen

Bei den Regierungsratswahlen im nächsten Frühling kommt es zum Kampf zwischen zwei grossen Blöcken: Auf der einen Seite steht die bürgerliche Allianz unter dem Namen «Top 5» mit SVP, FDP und CVP. Auf der anderen Seite kämpfen SP, Grüne und AL gemeinsam um die Sitze im Regierungsrat.

Türe des Regierungsratszimmers im Kanton Zürich

Bildlegende: Hier möchten alle hin: Ins Sitzungszimmer des Regierungsrats des Kantons Zürich. zvg

Das bürgerliche Bündnis, die «Top 5», hat sich schon länger gefunden. Hier wollen Ernst Stocker (SVP), Markus Kägi (SVP) und Thomas Heiniger (FDP) wieder gewählt werden. Carmen Walker-Späh (FDP) möchte den Sitz von Ursula Gut verteidigen, die nach neun Jahren im Regierungsrat zurücktritt. Und Silvia Steiner (CVP) macht sich nach der Abwahl von Hans Hollenstein vor vier Jahren auf, den CVP-Sitz zurückzuerobern.

Chancen und Risiken auf beiden Seiten

Rein rechnerisch stehen die Chancen gut, dass die Bürgerlichen ihre Mehrheit von vier auf fünf Sitze ausbauen können. SVP, FDP und CVP holten 2011 fast fünfzig Prozent der Wählerstimmen. Im Mitte-Lager gibt es jedoch viele Wähler, die sich immer wieder neu entscheiden, wen sie auf den Wahlzettel schreiben.

Auch Rot-Grün zieht in diesen Tagen mit ihrer Allianz nach. Hier stehen Mario Fehr (SP) und Martin Graf (Grüne) zur Wiederwahl. Neu möchte Jacqueline Fehr (SP) in den Regierungsrat einziehen. Sie will den Sitz von Regine Aeppli verteidigen, die nicht mehr zu den Wahlen antritt. Und auch Markus Bischoff (Alternative Liste) möchte einen Regierungsratssitz erobern.

Hier dürfte der Ausbau von drei auf vier Sitze ein Traum bleiben. Martin Graf hat seine Wiederwahl nicht auf sicher, der Fall Carlos hat ihm viel Kritik eingebracht. Jacqueline Fehr (SP) hat gegen das Image der ewigen Verliererin zu kämpfen, und Markus Bischoff (AL) verfügt mit seiner Partei nur über eine sehr kleine Wählerbasis.

Das Bündnis als entscheidender Faktor

Obwohl Regierungsratswahlen Persönlichkeitswahlen sind, spielen Bündnisse oft eine entscheidende Rolle. Zum Beispiel 2003, als es zum grossen Streit im bürgerlichen Lager kam: Die SVP hatte mit drei Kandidaten die bewährte bürgerliche Allianz gesprengt. Profiteurin des Streits war die SP, die mit Regine Aeppli auf Kosten der CVP einen Sitz eroberte.