Günstiger Euro: Schaffhauser Gewerbe ist besorgt

Nach dem Euro-Entscheid der Nationalbank hat der Schaffhauser Gewerbeverband Angst, dass der Schweizer Einkaufstourismus in Deutschland weiter zunehmen wird.

Mütter posieren mit ihren Kindern vor gefüllten Einkaufstaschen im Kofferraum.

Bildlegende: Gefüllte Einkaufstaschen im Kofferraum: Schweizer Einkaufstouristen am Freitag vor dem Edeka-Markt in Jestetten. Keystone

Die Edeka und Aldi-Märkte in Jestetten im deutschen Landkreis Waldshut an der Schweizer Grenze sind bei Schweizer Einkaufstouristen schon seit Jahren beliebt. Am Freitag, einen Tag nach der Aufhebung des Euro-Mindestkurses, konnten die Schweizer dort noch günstiger einkaufen, da der Euro nun rund ein Fünftel günstiger ist als noch vor zwei Tagen.

Gewerbeverband in Sorge

Wenig Freude daran hat man auf der anderen Seite der Grenze - in Schaffhausen und Umgebung. Michael Flum, Vizepräsident des Schaffhauser Gewerbeverbandes, befürchtet, dass die Schweizer nun noch weniger bei einheimischen Läden einkaufen: «Wir beobachten das mit grosser Sorge. Bei manchen Branchen gehen schon jetzt 70 bis 80 Prozent des Umsatzes nach Deutschland verloren.»

Schon vor dem Euro-Entscheid der Nationalbank hat der kantonale Gewerbeverband eine Kampagne gestartet, um Schweizer Einkaufstouristen in die Heimat zurückzuholen. Weitere Massnahmen sind vorerst nicht geplant.