«Haben wir keine anderen Sörgeli als Mörgeli?»

Der Zürcher Kantonsrat widmete der «Affäre Mörgeli» eine weitere Debatte. Während zwei Stunden wurde vor allem auf Seiten der SVP und der SP engagiert diskutiert. Bei den Mitteparteien löst der Fall hingegen langsam erste Ermüdungserscheinungen aus.

Grosses Medieninteresse: Mehrere TV-Teams filmen die Mörgeli-Debatte im Kantonsrat.

Bildlegende: Affäre Mörgeli im Kantonsrat: Viele Voten, viele TV-Kameras. Keystone

Anlass der Debatte war der Bericht der Aufsichtskommission Bildung und Gesundheit, der an Pfingsten veröffentlicht wurde. Darin wurde die ganze Leitung der Universität Zürich, Regierungsrätin Regine Aeppli aber auch der entlassene Christoph Mörgeli kritisiert. Das von ihm geführte medizinhistorische Museum befinde sich in einem schlechten Zustand.

Mörgelis SVP und Aepplis SP legten sich besonders ins Zeug

Christoph Mörgelis SVP und Regine Aepplis SP feuerten während der Debatte nochmals Salven auf die jeweilige Gegenseite ab.

Für die SVP bestätigt der Bericht, dass Mörgeli «weggemobbt» wurde. Die SVP erneuerte ihre Forderung, dass Regine Aeppli zurücktreten müsse.

Für die SP zeigt der Bericht hingegen, dass die Universität viel früher hätte einschreiten müssen. Mörgeli sei während Jahren geschützt worden.

Die Mitteparteien haben hingegen genug von der Affäre. Ginge es nicht um einen bekannten SVP-Nationalrat, wäre der ganze Fall «ein alltäglicher Arbeitskonflikt». Ein Vertreter der SVP fragte: «Haben wir denn keine anderen Sörgeli als Mörgeli?»

Juristisch noch lange nicht abgeschlossen

Mit dieser Debatte dürfte die politische Aufarbeitung des Falls abgeschlossen sein. Noch lange nicht abgeschlossen ist dagegen die juristische Aufarbeitung. Zahlreiche Verfahren sind noch immer hängig.

(kueh; Regionaljournal Zürich Schaffhausen, 17:30 Uhr)