«Hie und da nehmen wir den Tod eines Tieres in Kauf»

Der Wildpark Langenberg musste einen seiner Bären einschläfern lassen. Kein einfacher Entscheid für den langjährigen Geschäftsführer Christian Stauffer. Trotzdem ist er überzeugt, dass es die einzig mögliche Lösung war.

Christian Stauffer vor dem Bärengehege im Wildpark.

Bildlegende: Seit 1992 ist Christian Stauffer für den Wildpark zuständig. SRF

Die Meldung aus dem Wildpark, dass ein Bär eingeschläfert wurde, hat zahlreiche Reaktionen ausgelöst. Diese gingen auch am Geschäftsführer Christian Stauffer nicht spurlos vorbei. Trotzdem ist er überzeugt, dass es der richtige Entscheid war. Seit 2009 habe man vergeblich einen neuen Platz für den Bären gesucht, erklärt Stauffer. Und: «Es ist ein Bestandteil unserer Haltung, die wir pflegen, dass wir hie und da den Tod eines Tieres in Kauf nehmen.»

Der Wildpark Langenberg versuche, die Tiere möglichst artgerecht zu halten. Da gehöre es auch dazu, dass sich ein Tier fortpflanzen könne, so Stauffer. Den überzähligen Bären einfach zu kastrieren, wäre deshalb keine Alternative gewesen.

Viele empörte Reaktionen

Der Tod des Bären hat viele Menschen zu Leserbriefen motiviert. Reaktionen, die auch Christian Stauffer berühren. Er sagt deshalb: «Wenn es uns nicht mehr gelingt zu erklären, dass manchmal die Fortpflanzungsmöglichkeit für ein Tier wichtiger ist als der Tod eines Einzelnen, dann müssen wir die Haltung grundsätzlich in Frage stellen.»

Für die beiden Jungtiere, die eben zur Welt gekommen sind, ist Christian Stauffer aber zuversichtlich, einen Platz zu finden.