Hilferuf aus Winterthur: Die Sozialkosten explodieren

Immer mehr Personen in der Schweiz sind von der Sozialhilfe abhängig. Das zeigt der jüngste Vergleich von 13 Städten. Prekär ist die Situation in Winterthur. Die Stadt fordert deshalb den Kanton Zürich auf, sich an den Kosten zu beteiligen.

Ein Mann zeigt seine Hosentaschen, die leer sind.

Bildlegende: Wer von der Sozialhilfe abhängig ist, der hat nur Geld für das Nötigste. Keystone

Immer mehr Personen sind immer länger von der Sozialhilfe abhängig. Für viele ist die Sozialhilfe zur langfristigen Existenzsicherung geworden. Dies zeigen die neusten Zahlen von 13 Städten. Der Anteil der Fälle, die länger als fünf Jahre Sozialhilfe beziehen, liegt in den meisten Städten bereits bei 20 bis 30 Prozent.

Biel, Lausanne und Winterthur zahlen am meisten Sozialhilfe

Schweizweit am stärksten belastet sind die Westschweizer Städte Biel und Lausanne. Jeder zehnte Einwohner ist von Sozialhilfe abhängig. Im Kanton Zürich ist Winterthur stark betroffen. Fünf Prozent der Bevölkerung braucht finanzielle Unterstützung von der Stadt. Die Kosten seien explodiert, sagt der Winterthurer Sozialvorstand und Präsident der Städteinitiative Sozialpolitik Nicolas Galladé gegenüber dem «Regionaljournal Zürich Schaffhausen» und warnt: «Das Risiko ist gross, dass die Sozialkosten weiter steigen».

Kosten sollen solidarisch verteilt werden

Viele schlecht ausgebildete Leute und Familien seien in der letzten Zeit nach Winterthur gezogen, so Galladé. Risiken, die Winterthur kaum beeinflussen könne. Nicolas Galladé fordert deshalb den Kanton auf, die sozialen Lasten solidarisch zu verteilen und das Zepter zu übernehmen.