«Hinter jedem Quadrat gibt es ein Konzept»

Sabine Schaschl, die neue Chefin des Hauses Konstruktiv in Zürich, stellt ihr erstes Ausstellungsprogramm vor. Sie will den Zürchern die «Konkreten» näher bringen.

Sabine Schaschl stammt aus Österreich, arbeitet aber schon einige Jahre in der Schweiz. Zuerst im Eisenwerk Frauenfeld, später 11 Jahre lang als Chefin des Kunsthauses Baselland. In Zürich freut sie sich vor allem, dass das Haus Konstruktiv eine so reiche Geschichte hat: «Es ist ein fantastisches Haus mit einem wahnsinnig spannenden Erbe. Dessen sind sich die Zürcher gar nicht bewusst. Es ist tatsächlich eine Kunstrichtung, die von Zürich ausging: die Zürcher Konkreten.»

Ein Bild von Victor Vasarely: Chey-Rond-Va (1970).

Bildlegende: Ein Bild von Victor Vasarely: Chey-Rond-Va (1970). ZVG

Damit sind Künstler wie Max Bill oder Verena Loewensberg gemeint. Sie wurden bekannt mit ihren gemalten Quadraten. «Diese Quadrate unterscheiden sich immer», so Sabine Schaschl, «hinter jedem Quadrat gibt es ein Konzept.»

Nicht «verknorzen»

In ihrem ersten Jahresprogramm will Sabine Schaschl diese Geschichte weiterführen. So zeigt sie zum Beispiel Werke des Franzosen Victor Vasarely, dem Mitbegründer der Op-Art. Daneben will Schaschl das Konzept der konstruktiven Malerei aber auch aufbrechen: «Wenn man zu eng an den Vorgaben klebt, dann wird's ein bisschen verknorzt.»