Hochwasserschutz: Kanton Zürich fährt zweigleisig

Ein Entsorgungsstollen zwischen Langnau am Albis und Thalwil könnte bereits in sieben Jahren einen besseren Schutz im Falle eines Hochwassers der Sihl bieten. Eine zweite, günstigere Schutzvariante verzögert sich dagegen. Der Regierungsrat verfolgt nun beide Varianten.

Schon seit zwei Jahren lässt der Kanton Zürich abklären, wie die Stadt Zürich und der Hauptbahnhof vor einem extremen Hochwasser geschützt werden könnten. Eine Variante wäre es, das Etzel-Wasserkraftwerk der SBB am Sihlsee zu erneuern.

Dort würde das Hochwasser in den Zürichsee abgeleitet und gleichzeitig Energie gewonnen. Für diese Variante braucht es laut Regierungsrat aber noch weitere Abklärungen, die länger dauern.

Sinnvollste Lösung finden

Der Regierungsrat will aber keine Zeit verlieren. Deshalb macht er vorwärts mit der zweiten Option, der Projektierung eines Entlastungsstollens. Dieser könnte rasch gebaut werden, sobald der Regierungsrat im Winter 2017 / 2018 den definitiven Entscheid über den Sihl-Hochwasserschutz fällt.

Der zuständige Regierungsrat Markus Kägi sagt: «Wir müssen jetzt zweigleisig fahren bis wir wissen, welches die sinnvollste Lösung ist.» Die 4,5 Millionen Franken für die jetzige Planung sei gut investiertes Geld, so Kägi: «Ein Hochwasser könnte in der Stadt Zürich Schäden in der Höhe von über fünf Milliarden Franken anrichten.»

Der Entlastungsstollen würde rund 122 Millionen Franken kosten. Die Variante Wasserkraftwerk dürfte günstiger sein.

«Gemüsebrücke» wird neu gebaut

Menschen flanieren über die Rathausbrücke.

Die Rathausbrücke. Keystone

Die Stadtzürcher Rathaus-brücke («Gemüsebrücke» genannt), ist schon lange ein Engpass, wenn die Limmat viel Wasser führt. Durch die neuen Hochwasserschutzmassnahmen des Kantons dürfte sich dies noch verschärfen. Deshalb müsse die Rathausbrücke wohl komplett ersetzt werden, teilt die Stadt Zürich mit.