Hodel steht alleine da

Keine Partei unterstützt bei den Zürcher Stadtrats-Ersatzwahlen vom 3. März den Kandidaten der Grünliberalen, Daniel Hodel. Hat die einstige Aufsteigerpartei einen Fehler gemacht?

Daniel Hodel.

Bildlegende: Nur die Grünliberalen stehen hinter Daniel Hodel. ZVG

Die Grünen waren die Letzten: sie beschlossen am Dienstagabend, dass sie bei den Ersatzwahlen vom 3. März den Kandidaten der Alternativen Liste, Richard Wolff, unterstützen. Nun ist klar, welcher der vier Kandidaten für die Nachfolge des FDP-Stadtrats Martin Vollenwyder von welcher Partei Unterstützung erhält.

Richard Wolff, der «Kandidat mit Biss» (Eigendefinition) hat neben seiner eigenen Partei und den Grünen nur noch die Jungsozialisten im Rücken. Die SP entschied sich für Stimmfreigabe.

Pole Position für Marco Camin

Am meisten Unterstützung hat ganz klar Marco Camin, der Kandidat der FDP. Der Zahntechniker erhält die Stimmen von SVP, CVP und EVP. Dies bedeutet einen grossen Vorteil für Camin.

Ohne parteiübergreifende Unterstützung steht dagegen Daniel Hodel da. Der Grünliberale hat die Stimmen seiner Partei auf sicher. Sonst aber wird Hodel von niemandem unterstützt.

Grünliberale enttäuscht, aber hoffnungsvoll

Machten die Grünliberalen einen Fehler, als sie mit Hodel einen eher unbekannten Kandidaten mit klar bürgerlichem Profil aufstellten? Nein, sagt GLP-Co-Präsidentin Maleica Landolt: «Natürlich sind wir sehr enttäuscht. Daniel Hodel ist aber klar unser Wunschkandidat.» Die Vergangenheit habe gezeigt, dass auch unbekannte Kandidaten Wahlchancen hätten.

Landolt sieht Hodels Chancen deshalb weiterhin intakt. «Schlussendlich entscheidet das Stimmvolk. Und da kann es gut sein, dass es ganz anders herauskommt, als es jetzt von den Parteien empfohlen wird.»