Höhere Steuerrechnung für die Diener Gottes

Die reformierten Pfarrhäuser im Kanton Zürich werden neu eingeschätzt. Dies hat grosse Auswirkungen für die Pfarrerinnen und Pfarrer: Sie müssen auf einen Schlag höhere Steuern bezahlen. Viele wehren sich dagegen.

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Saftige Steuererhöhung

6:26 min, aus Schweiz aktuell vom 26.2.2013

In der reformierten Kirche des Kantons Zürich galt bisher in Bezug auf die Pfarrhäuser Gleichberechtigung. Jeder Pfarrerin und jedem Pfarrer wurde für das Wohnrecht im Pfarrhaus der gleiche Mietzins verrechnet, nämlich 1700 Franken. Dieser Mietzins, unabhängig von Wohnort oder Lage des Pfarrhauses, ist Bestandteil des Pfarrlohns.

Doch nun ist Schluss mit dem Einheitsmietzins. «Die Pfarrhäuser haben je nach Grösse und Lage einen unterschiedlich hohen Mietwert», erklärt Adrian Hug vom Steueramt des Kantons Zürich gegenüber der «NZZ am Sonntag». Viele Häuser an Toplagen seien zu tief eingeschätzt. Nun hat der Kanton im Auftrag des reformierten Kirchenrats eine Neueinschätzung aller Pfarrhäuser vorgenommen.

Bis zu 6000 Franken mehr

Auch dieser höhere neue Mietzins ist Lohnbestandteil. Manche der 270 reformierten Pfarrerinnen und Pfarrer im Kanton Zürich rutschen dadurch automatisch in eine höhere Steuerklasse. In extremen Fällen bedeutet dies, dass sie pro Jahr bis zu 6000 Franken mehr ans Steueramt abliefern müssen.

Die Pfarrer sind mit dieser Änderung nicht einverstanden. Der kantonale Pfarrverein fordert, dass die Kirchgemeinden die höheren Steuerabgaben übernehmen sollten. Für den Kirchenrat kommt dies aber nicht in Frage. Beide Parteien wollen nun das Gespräch miteinander suchen.