Hooligan-Konkordat bisher kaum spürbar

Randalierende und gewaltbereite Fussball-Fans besser in den Griff bekommen, ist das Ziel des Hooligan-Konkordats. Die Zürcher Polizei hat in der ersten Saison zurückhaltend von den neuen Massnahmen Gebrauch gemacht. Das habe sich bewährt, heisst es bei der Polizei. Kritiker sehen das anders.

Fans mit Pyros an einem Fussball-Match.

Bildlegende: Stehplätze für die Fans könnten abgeschafft werden. Keystone

Die Fussballsaison 2013/2014 ist bereits wieder Geschichte. Aus Zürcher Sicht war es sportlich eine gelungene Saison. GC wurde Vizemeister, der FCZ holte den Cupsieg. Es war aber auch die erste Saison unter dem neuen Hooligan-Konkordat. Und dieses hat sich aus Sicht der Stadtpolizei Zürich bewährt, obwohl sie nur selten auf die Möglichkeiten des Konkordats zurückgegriffen hat.

«Wir mussten lediglich vereinzelt den Alkoholausschank in und ums Stadion verbieten», blickt Marco Cortesi, Mediensprecher der Stadtpolizei Zürich, auf die vergangene Saison zurück. Das hatte die Polizei zwar schon in früheren Jahren angeordnet, allerdings fehlte damals die gesetzliche Grundlage. Das Alkoholverbot wurde nun etwa auch in einer Partie zwischen GC und St. Gallen verhängt, das kurzfristig von der Polizei als Risikospiel eingestuft worden war.

Risikospiel GC - St. Gallen

Eine Massnahme, welche die Grasshoppers erstaunte. «Die Heraufstufung des Risikos haben wir nicht verstanden», sagt GC-Sprecher Adrian Sutter gegenüber dem «Regionaljournal Zürich Schaffhausen». Schliesslich habe es sich um ein Spiel unter der Woche mit nur wenigen Gästefans gehandelt. Aber: «Schliesslich müssen wir darauf vertrauen, dass die Polizei ihren Job gut macht.»

Allgemein betrachtet habe das neue Hooligan-Konkordat für GC zwar mehr Aufwand gebracht. So bräuchten nun auch Freundschaftsspiele eine Bewilligung. Insgesamt sei es aber praktikabel, lautet das Fazit des GC-Sprechers. Keinen Kommentar zum Thema abgeben wollte der Sicherheitschef des FCZ, Martin Guglielmetti.

Mehr Ärger, sonst nichts

Kein gutes Haar an den verschärften Massnahmen lässt Luca Maggi von den Jungen Grünen Zürich. Er hatte schon die Einführung des neuen Konkordats bekämpft und sieht sich nun bestätigt. «Der FCZ musste wegen Auflagen ein Testspiel absagen, Fans erhalten ein dreijähriges Rayonverbot für das Abbrennen von Feuerwerk und im Stadion gibt's kein Alkohol mehr», sagt Maggi auf Anfrage. Das sei nicht verhältnismässig.