Hooligan-Konkordat: Diskussion nach Cupfinal neu entflammt

Die Befürworter des umstrittenen Hooligan-Konkordats können sich bei den Fans von GC und FCB bedanken. Die Ausschreitungen vor dem Cupfinal in Bern dürften beste Werbung für ein härteres Vorgehen gegen Hooligans sein. Die Gegner widersprechen vehement.

Teils vermummte GC-Fans marschieren vor dem Cupfinal am Sonntag mit Knallkörpern zum Berner Stade De Suisse.

Bildlegende: Teils vermummte GC-Fans marschieren vor dem Cupfinal am Montag mit Knallkörpern zum Berner Stade De Suisse. Keystone

Mit Feuerwerk marschierten die Fans von GC und FCB am Montag vor dem Cupfinal durch Bern und richteten Sachschäden an. Die Polizei schritt mit Gummischrot und Wasserwerfern ein. Dabei wurden zehn Personen verletzt.

Gemäss dem Berner Polizeivorsteher Reto Nause (CVP) zeigen die Vorfälle, dass das neue Hooligan-Konkordat nötig ist: «Es war eine massive Gewaltbereitschaft da. Man hatte das Gefühl, die Auseinandersetzung werde gezielt gesucht.» Jetzt sei jedem klar, dass es strengere Massnahmen bei Sportveranstaltungen brauche.

Glättli: «Konkordat hätte nichts geändert»

«Nein», entgegnet der Zürcher Nationalrat Balthasar Glättli (Grüne), Gegner des Konkordats. «Die Frage ist, ob das Konkordat diese Ausschreitungen verhindert hätten. Ich sage: es hätte nichts geändert.»

Ganz anderer Meinung ist Bruno Keller von der Zürcher Kantonspolizei. Mit dem neuen Konkordat würde es für dieses Spiel eine Bewilligung brauchen: «In der Bewilligung könnte man Auflagen über die An- und Abreise der Fans verfügen, und zwar viel genauer und verbindlicher als heute.»

Über das Hooligan-Konkordat wird im Kanton Zürich am 9. Juni abgestimmt.