Hunde frisieren, Feuer löschen, Kot entsorgen: Auch das ist Kunst

Die Kunstbiennale «Manifesta» in Zürich will Leute ansprechen, die sonst nichts mit Kunst am Hut haben. Deshalb entstehen die Kunstwerke im Alltag, etwa bei der Feuerwehr. «Was Leute machen, um Geld zu verdienen» lautet das Motto. Das Konzept wirkt auf den ersten Blick kompliziert. Wir erklären es.

Ein Mann mit einem Mikrofon vor einem Feuerwehrauto

Bildlegende: Kunst bei der Feuerwehr - auch das gibt's an der "Manifesta". Im Bild Kurator Christian Jankowski. Keystone

«Kunstferne Milieus» nennt Kurator Christian Jankowski die Orte, an denen die Kunst für die Manifesta entsteht. In der Brandwache der Zürcher Feuerwehr wird ein Film gedreht über den Unterschied zwischen Berufung und Lohnarbeit. Andere Künstler arbeiten mit einer transsexuellen Sexarbeiterin, einem Ingenieur für Robotik und einer Literaturlehrerin. Dazu kommt ein Kunstwerk aus Kot.

Kurator Jankowski hofft, dass auch Menschen, die sonst nicht viel mit Kunst zu tun haben, in der Manifesta 11 «Neues erleben und dadurch vielleicht auch Neues für sich entdecken».

Ein Kunst-Projekt - drei Ausstellungsorte

Jedes dieser 30 Kunst-Projekte hat drei Präsentationsformen: Eine am speziellen Ort, wo sie entstehen, eine in einer klassischen Kunstinstitution und eine in Form eines Films, der den Entstehungsprozess der neuen Kunstproduktion begleitet. Die Filme entstehen in Zusammenarbeit mit Studenten der Zürcher Hochschule der Künste. Gezeigt werden sie auf der schwimmenden Plattform auf dem Zürichsee, welche ETH Studentinnen entwickeln.

Dazu kommt eine «historische Ausstellung», welche die künstlerische Darstellung von Arbeitswelten erforscht, und eine Plattform für Zürcher Künstlerinnen und Künstler.

Die «Manifesta» beginnt am 11. Juni 2016 und dauert vier Monate. Es ist die 11. Ausgabe der«Manifesta», die alle zwei Jahre in europäischen Städten stattfindet.

(sda; fren; Regionaljournal Zürich Schaffhausen, 17:30 Uhr)