Kantonsrat Zürich «Ich bin eher eine stille Schafferin»

Karin Egli (SVP) heisst die neue höchste Zürcherin. Der Kantonsrat wählte die 56-Jährige am Montag zur neuen Ratspräsidentin. Mit 148 von 163 gültigen Stimmen erreichte Karin Egli ein sehr gutes Resultat.

Karin Egli ist 56 Jahre alt und sitzt seit April 2011 im Zürcher Kantonsrat. Die ehemalige Kantonspolizistin hat unter anderem sechs Jahre in ihrer Wohngemeinde Elgg im Gemeinderat politisiert. In ihrer Freizeit fährt die Mutter von zwei erwachsenen Töchtern Töff, bestreitet Triathlon und spielt Klavier.

Pascal Kaiser hat mit der neuen Präsidentin gesprochen.

SRF: Im Vorfeld gab es Bedenken von linker Seite, dass Sie sich zu viel Arbeit aufhalsen. Sie werden unter anderem auch noch Statthalterin von Winterthur. Hat Sie das Stimmen gekostet?

Karin Egli: Im Gegenteil. Ich glaube, ich konnte Stimmen dazu gewinnen und überzeugen, dass ich es schaffe. Davon bin ich selbst auch überzeugt.

Zum ersten Mal sind sie zuoberst auf dem «Bock», dem Sessel des Ratspräsidenten – wie hat sich das angefühlt?

Ich war nervös, das hat man auch gemerkt. Ich habe dem Regierungspräsidenten zum Beispiel nicht zur Wahl gratuliert, sondern gedankt. Aber ich habe mich sehr gefreut auf den heutigen Tag und werde ihn geniessen.

Es gibt unterschiedliche Persönlichkeiten im Rat, es gibt die stillen Schaffer und diejenigen, die gerne im Rampenlicht stehen. Zu welchen gehören Sie?

Ich bin eher die stille Schafferin. Ich mag es nicht, mit anderen Worten das gleiche Votum zu wiederholen, das schon von jemand anderem gesagt wurde. Aber selbstverständlich ist mir bewusst, dass ich jetzt im Rampenlicht stehe, damit kann ich umgehen und darauf freue ich mich.

Auf Wiedersehen, das wars: Rolf Steiner (SP) verlässt den Zürcher Kantonsrat.

Elf Jahre lang politisierte er für die SP im Kantonsrat. Im letzten Jahr amtete der Dietiker als Ratspräsident. Und beschaffte als eine seiner ersten Amtshandlungen sich und seinen Vizepräsidenten bequemere Stühle. Aus anderen Plänen wurde hingegen nichts: Der Twitteraccount des Kantonsrats blieb stumm und wurde in aller Stille bereits wieder beerdigt. Dem Parlament widmet Rolf Steiner zum Abschluss ein Kränzchen: Die Mitglieder seien in der Regel gut vorbereitet, die Debatten spannend. Wie er mit Mikrofon- und anderen Pannen umging und was der 65-Jährige noch alles vorhat: Das und mehr im Interview von Pascal Kaiser.