«Ich bin ein Beispiel für die gelungene Integration»

Yemane Yohannes ist 2008 aus Eritrea in die Schweiz geflüchtet. Er hat Deutsch gelernt und eine Lehre als Sanitärtechniker gemacht. Heute lebt der 28-Jährige in Winterthur und hilft seinen Landsleuten, sich in der Schweiz zurecht zu finden.

Die Flucht aus Eritrea durch Wüsten und über das Meer bis in die Schweiz war beschwerlich. Vor seiner Flucht wurde Yemane Yohannes in einem Gefängnis gefoltert. So wie der 28-Jährige fliehen jährlich tausende von jungen Männern aus Eritrea und suchen ihr Glück in Europa. Fast 10'000 von ihnen kamen im letzten Jahr in die Schweiz.

Die Flucht ist erst der Anfang

Yemane Yohannes kennt ihre Nöte und Schwierigkeiten, aber auch die falschen Vorstellungen und Hoffnungen, die sie haben. Er ist selber den weiten Weg der Integration gegangen, hat Deutsch gelernt und eine Lehre als Sanitär-Techniker gemacht. Lange musste er warten, bis er arbeiten durfte.

Vorbild sein für andere

Inzwischen lebt der junge Eritreer mit seiner Frau und seinem drejährigen Sohn in Oberwinterthur und verdient sein eigenes Geld. In seiner Freizeit unterstützt er als Brückenbauer seine Landsleute, die noch am Anfang dieses Weges stehen: Er besucht Asylzentren, hält Referate und macht den jungen Männern klar, was für Hürden sie zu überwinden haben.

Aber nicht nur bei seinen Landsleuten sieht Yemane Yohannes Informationsbedarf. Entgegen einer verbreiteten Meinung in der Schweiz seien seine Landsleute keine Wirtschaftsflüchtlinge, betont er: «Wir haben in unserem Land wirklich ein ernsthaftes Problem.»

Die Blackbox öffnen

Eritrea ist wie eine Blackbox: Informationen über das Land sind spärlich. Um eritreische Flüchtlinge entspannen sich immer wieder Kontroversen. An einer Veranstaltung in der Roten Fabrik in Zürich geben Eritreer Einblick in die Situation in ihrem Land und ihre Kultur und versuchen so, Licht in die Blackbox zu bringen.