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Zürich Schaffhausen «Ich habe die Lage falsch eingeschätzt»

Der Zürcher Sicherheitsvorsteher Richard Wolff gibt das Dossier des besetzten Koch-Areals ab. Der Grund: Anschein von Befangenheit. Zum ersten Mal räumt Wolff ein, dass seine Söhne auf dem Koch-Areal verkehren.

Legende: Audio Interview mit Richard Wolff (28.10.16) abspielen. Laufzeit 7:26 Minuten.
7:26 min

Schon bei der Räumung des Labitzke-Areals stand Stadtrat Richard Wolff (AL) in der Kritik. Der Vorwurf lautete damals wie heute gleich: zu grosse Nähe und zu grosse Nachsicht gegenüber den Besetzern.

Ein Stadtrat muss auch den Schein meiden

Tatsächlich räumt Richard Wolff heute zum ersten Mal ein, dass sich seine Söhne zuweilen auf dem Koch-Areal aufhalten: «Aus rechtlicher Sicht bin ich, aus einer Aussensicht gesehen, befangen, weil meine Söhne im Koch-Areal verkehren.»

Richard Wolff selbst hat in der Vergangenheit stets betont, dass dies seine Arbeit nicht beeinflusse. Das sieht er auch heute noch so. «Ich habe immer unbefangen gehandelt, egal wo meine Kinder sind.» Diese seien erwachsen, und er habe seine Entscheide unabhängig treffen wollen.

Wahrscheinlich habe ich mir etwas vorgemacht.
Autor: Richard WolffSicherheitsvorsteher Stadt Zürich

Wolff gibt sich im Interview mit dem «Regionaljournal» aber auch selbstkritisch: «Wahrscheinlich habe ich mir da etwas vorgemacht.» Denn bereits der Anschein von Befangenheit genüge, um ein Dossier abgeben zu müssen. Das habe ihm auch der Rechtskonsulent des Stadtrates so gesagt. «Ich habe die Situation diesbezüglich bisher falsch eingeschätzt», räumt er ein. Per 20. Oktober ist Richard Wolff deshalb in den Ausstand getreten.

«Keine Teilentmachtung»

«Richard Wolff hat diese Entscheidung selbst getroffen», sagt Stadtpräsidentin Corine Mauch gegenüber dem «Regionaljournal». Der Entscheid sei freiwillig erfolgt und «keinesfalls eine Teilentmachtung». Wenn ein Anschein von Befangenheit auftrete, seien alle Mitglieder des Stadtrates aufgefordert, sich mit der Situation zu befassen und von sich aus in den Ausstand zu treten, sagt Mauch weiter.

Nun liegt das Dossier «Koch-Areal» in den Händen von Finanzvorsteher Daniel Leupi. Er war Richard Wolffs Vorgänger im Sicherheitsdepartement und nimmt als Finanzvorsteher auch die Rolle des Grundeigentümers des Koch-Areals wahr.

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18 Kommentare

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  • Kommentar von Denise Casagrande (begulide)
    Fehler/Fehlverhalten hat nichts mit irgendeiner politischen Partei zu tun! Deren gibt es zu viele in allen Parteien! Vielmehr werden Leute an Positionen - in sämtlichen Bereichen des riesigen, teuren Verwaltungsapparates der Schweiz - eingesetzt, ohne dass zuvor weder Eignungs-, Charakter- noch Persönlichkeitstests gemacht werden! Nicht umsonst wird seit Jahren Volks-Steuergeld verschleudert an die viel zu vielen ungeeigneten, inkompetenten "Schwachstellen" im unkontrollierten Verwaltungsapparat
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  • Kommentar von Rolf Bolliger (robo)
    Ein linksextremer Politiker hat hier im Forum keine hohe Präsenz! Stellen wir uns einmal die gleiche Situation vor, ein SVP-Polizeichef hätte zwei eigene Kinder in dieser Anarchisten-Szene (Hausbesetzer-Gilde!)! Hier würden bereits 200 verunglimpfende "Hassorgien" zu lesen sein! Hoffentlich haben die Zürcher Stimmbürger(innen) aus dieser Wahl (eines Linksextremisten!) etwas für künftige Wahlen gelernt!
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  • Kommentar von Nicolas Dudle (Nicolas Dudle)
    Im Gegensatz zu vielen Macht- und Monetenkrallern zieht dieser Herr die Konsequenzen. Das verdient kein sinnloses Parteienbashing, sondern ein wohlwollendes Nicken. - Betrachte ich unseren Wohnkanton, dann sind Gefälligkeitspolitik und "Süühäfeli-Süüdeckeli"-Wirtschaft auf bürgerlicher Basis gewachsen. Diese würden eigentlich nach grösserer Aufmerksamkeit verlangen. Aber da sind die Auswirkungen erst an der Summe der Kleinigkeiten zu sehen und nicht an einem grossen Einzelfall.
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