«Ich liebe die Billettautomaten auch nicht»

Walter Herrmann wird nach fast 30 Jahren als Chef der Schaffhauser Verkehrsbetriebe pensioniert. Im Interview äussert er sich zu komplexen Billetkäufen am Automaten, teuren Trolleybussen, die stockende Fusion der Schaffhauser Busbetriebe und wie er mit Kritik an seinen Chauffeuren umging.

Walter Herrmann übernahm 1986 die Leitung der städtischen Verkehrsbetriebe in Schaffhausen. In dieser Funktion managte er zuletzt auch den regionalen Busbetrieb («Schaffhausen Bus») und die Schifffahrtsgesellschaft Untersee und Rhein. Nun tritt Herrmann Ende August in den Ruhestand.

Mit seiner Pensionierung geht auch eine erfolgreiche Ära zu Ende: Walter Herrmann erneuerte die Schaffhauser Busflotte, baute das Liniennetz um und das ÖV-Angebot massiv aus. Im gleichen Mass erhöhten sich auch die Fahrgastzahlen. Herrmanns eigene Bilanz fällt denn auch recht positiv aus. «Im Öffentlichen Verkehr hat sich einiges verbessert. Der Flickenteppich von früher hat sich in ein recht einheitliches, gutes Angebot verwandelt.»

Ein Wermutstropfen bleibt, dass es bisher nicht gelungen sei, die regionalen und städtischen Busbetriebe in Schaffhausen zu fusionieren. «Betriebswirtschaftlich macht das Sinn und wäre es auch mein Ziel gewesen,» räumt Herrmann ein. Vor allem in der Stadt erweise sich das Unterfangen aber als politisch schwierig. «Man will die Kontrolle über das Busunternehmen offenbar nicht aus der Hand geben.»