«Ich mache mir Sorgen um die Schaffhauser Betriebe»

Schaffhausen ist als Grenzkanton besonders betroffen vom plötzlichen Ende des Euro-Mindestkurses. Bereits jetzt sind die Auswirkungen spürbar. Volkswirtschaftsdirektor Ernst Landolt (SVP) kritisiert im Interview mit dem «Regionaljournal» den Zeitpunkt. Und rechnet mit Arbeitsplatzverlusten.

SRF Regionaljournal Zürich Schaffhausen: Viele Schaffhauser Gewerbler schlafen schlecht, seit die Nationalbank am Donnerstag die Euro-Untergrenze aufgehoben hat. Sie auch?

Ernst Landolt: Für mich war der Entscheid ein Paukenschlag. Ich fand den Zeitpunkt unglücklich und fragte mich: Weshalb jetzt? Wir stehen am Anfang eines Jahres, die Unternehmen haben geplant und kalkuliert. Das ist jetzt alles Makulatur. Ich war deshalb schockiert und mache mir Sorgen um die Betriebe, die in der Exportwirtschaft tätig sind. Für sie ist der starke Franken nun ein Problem.

Der Kanton Schaffhausen ist als Grenzkanton besonders betroffen. Wie viele Arbeitsplätze werden in Schaffhausen verloren gehen?

Für Prognosen ist es zu früh. Wir dürfen nicht in Hektik verfallen. Wir müssen schauen, wie sich der Eurokurs entwickelt. Heute ist er eins zu eins, aber es gibt noch das Prinzip Hoffnung. Wenn er jedoch so tief bleibt, dann muss man mit Arbeitsplatzverlusten rechnen.

Bereits jetzt gibt es Auswirkungen, etwa an den Grenztankstellen, wo die Kundinnen und Kunden ausbleiben. Auch die Läden sind bereits betroffen und als nächstes folgt dann die Industrie.

Man muss beide Seiten betrachten. Es gibt nicht nur Verlierer. Diejenigen Leute, die ennet der Grenze einkaufen gehen, sind die grossen Gewinner. Gleich geht es denjenigen Firmen, die Rohstoffe im EU-Raum einkaufen. Dies wird zur Linderung beitragen.

(fren; Regionaljournal Zürich Schaffhausen, 17:30 Uhr)