«Ich möchte die Zugänglichkeit von James Joyce zeigen.»

Fritz Senn erhält den Zürcher Festspielpreis 2014. Mit dem Leiter der Zürcher James Joyce Stiftung wird erstmals ein Vertreter aus dem Literaturbereich ausgezeichnet. Der 86-jährige Literaturforscher gilt als einer der grössten Kenner des irischen Schriftstellers James Joyce.

Portrait eines älteren Mannes mit weissen, halblangen Haaren

Bildlegende: Fritz Senn, Leiter der Zürcher James Joyce Stiftung. Keystone

Der Zürcher Festspielpreis ist mit 50'000 Franken dotiert. Ja, sagt der Preisträger, der 86-jährige Fritz Senn, gegenüber dem «Regionaljournal Zürich Schaffhausen», er sei überrascht über die Auszeichnung. «Ich habe immer gedacht, der Preis wird an kreative Künstler verliehen. Ich selbst sehe mich nicht als Kreativer, sondern als Literaturvermittler», so Senn.

Fasziniert von der Sprache des Schriftstellers James Joyce

Bereits als Student hat Fritz Senn den irischen Schriftsteller James Joyce entdeckt. Es habe ihn fasziniert, was Sprache vermag. Damals begann seine intensive Beschäftigung mit dem Werk von James Joyce. Vor dreissig Jahren machte Fritz Senn dann sein Hobby zum Beruf und wurde Leiter der neu gegründeten Stiftung. Heute ist die James Joyce Stiftung im Zürcher Strauhof die wichtigste Forschungsbibliothek in Europa, und Senn gilt als einer der weltweit wichtigsten Kenner des irischen Autors.

«  Ich sage immer, wir wollen nicht ein Substantiv sein, sondern ein Verb. »

Fritz Senn
Preisträger des Zürcher Festspielpreises 2014

Fritz Senn hat sich mit seiner Stiftung das Ziel gesetzt, den als äusserst schwer verständlichen Schriftsteller Interessierten näher zu bringen. «Man hat Angst vor James Joyce, ich möchte mit meinen Lesegruppen und meiner Forschungsbibliothek die Zugänglichkeit des Werks von James Joyce aufzeigen», sagt Fritz Senn gegenüber dem «Regionaljournal Zürich Schaffhausen». Die Bibliothek wird heute denn auch von Fachleuten aus der ganzen Welt genutzt.