«Ich sorge dafür, dass die Maschinerie geölt ist»

Seit gut einem Jahr ist sie im Amt: Claudia Cuche-Curti, die erste Stadtschreiberin in Zürich. Jedes Geschäft, das der Stadtrat behandelt, geht über ihr Pult. An jeder Sitzung des Stadtrates ist sie dabei und führt Protokoll. Die Arbeitsbelastung ist hoch, Akten liest sie am Wochenende.

Nach 15 Männern ist sie die erste StadtschreiberIN in Zürich. Ein Umstand, den Claudia Cuche-Curti nicht weiter erwähnenswert findet:

Claudia Cuche-Curti, die erste Stadtschreiberin von Zürich.

Bildlegende: Claudia Cuche-Curti, die erste Stadtschreiberin von Zürich. zvg

« Für mich ist es völlig normal und höchste Zeit, dass eine Frau an dieser Stelle ist »

sagt sie gegenüber dem «Regionaljournal». Für die Öffentlichkeit sei ihr Frausein nie ein Thema gewesen. Generell sei das Amt des Stadtschreibers eher unbekannt. An Claudia Cuche-Curti führt jedoch in der Verwaltung kein Weg vorbei: Im Hintergrund bereitet sie sämtliche Geschäfte des Stadtrates vor, begleitet sie und arbeitet sie auf. Sämtliche Beschlüsse gehen über ihr Pult.

Aktenstudium am Wochenende

Die Vorbereitung für die allwöchentliche Stadtratssitzung am Mittwoch nimmt deshalb auch viel Zeit in Anspruch. «Es gibt viel vorzubereiten, viel Lektüre.» Zusammen mit dem Rechtskonsulenten der Stadt prüft sie, ob die Geschäfte juristisch in Ordnung sind.  An der Sitzung selbst ist sie dabei und führt Protokoll. Dass sie Arbeit mit nach Hause nimmt, ist für Cuche kein Thema. Unter der Woche, sagt sie, wäre das Aktenstudium nicht zu bewältigen.

Cuche betont aber, dass sie keine politische Funktion innehat. «Ich sorge dafür, dass die Maschinerie geölt ist.» Sie sorgt dafür, dass ihre Leute dienstleistungsorientiert arbeiten, Hindernisse aus dem Weg räumen, flexibel sind im Umgang. Was sie zwischendurch gern geniesst, ist der phänomenale Ausblick von ihrem Büro, eine Rundumsicht vom Grossmünster bis zum See - an schönen Tagen sieht sie bis in die Glarner Alpen «Der Ausblick», sagt sie, «lüftet den Geist.»