«Ich will mit 62 noch etwas Neues beginnen»

Die Zürcher FDP-Regierungsrätin und Finanzdirektorin Ursula Gut hat genug. Sie verzichtet auf eine erneute Kandidatur. Sie tritt bei den Wahlen im April 2015 nicht mehr an.

Portrait einer Frau mit dunklen Haaren, die jemandem zulächelt

Bildlegende: Die Zürcher FDP-Regierungsrätin Ursula Gut will nicht über das Pensionsalter hinaus im Amt sein. Keystone

Ursula Gut wurde 2006 in die Zürcher Regierung gewählt. Die Ersatzwahl war nach dem Ausscheiden der damaligen FDP-Regierungsrätin Dorothee Fierz nötig geworden. Ursula Gut siegte deutlich gegen ihre Kontrahentin Ruth Genner von den Grünen. Die neu gewählte Regierungsrätin übernahm damals die Baudirektion, wechselte ein Jahr später aber in die Finanzdirektion.

Sieben Jahre lang steuerte Ursula Gut die Finanzen des Kantons Zürich, und das in einer finanziell anspruchsvollen Zeit. Die Finanzkrise traf den Kanton Zürich hart, weniger Steuereinnahmen zwangen die Finanzdirektorin zu Sparmassnahmen. Die grösste Herausforderung, die Ursula Gut bewältigen musste, war aber der Skandal der BVK, der Beamtenversicherungskasse des Kantons Zürich.

Das Alter ist der Grund für den Rückzug

Ganz einfach ist es Ursula Gut nicht gefallen, den Entscheid zu fällen. Aber es sei vernünftig, keine weitere Amtszeit mehr anzuhängen. «Bei den nächsten Wahlen wäre ich 62 Jahre alt, nach einer weiteren Amtszeit 66 Jahre alt. Das wäre über dem Pensionsalter und das will ich nicht», sagt Regierungsrätin Ursula Gut gegenüber dem «Regionaljournal Zürich Schaffhausen». Ausserdem wolle sie auch noch etwas Neues beginnen.

Kein Kneifen vor der Herausforderung

Ihr Entscheid sei aber keine Flucht vor den schwierigen Zeiten, die wegen der finanziellen Situation auf den Kanton Zürich zukommen. Wenn man für den Finanzhaushalt verantwortlich sei, könne man sich nie zurücklehnen, sagt Ursula Gut, und als Finanzdirektorin gebe es auch nie einen richtigen Zeitpunkt, um zurückzutreten.

Thomas Heiniger will Regierungsrat bleiben

Der zweite Zürcher FDP-Regierungsrat, Thomas Heiniger, will hingegen nochmals antreten. Er sei sehr gerne Gesundheitsdirektor und wolle es auch gerne bleiben. Für Thomas Heiniger wäre es bei einer Wiederwahl die dritte Amtszeit. Welche Kandidatin oder welcher Kandidat die Partei anstelle von Ursula Gut ins Rennen schickt, ist noch offen.