Im Zürcher Opernhaus wird die Einspringerin zum Glücksfall

Glück im Unglück hat man im Zürcher Opernhaus. Die Sopranistin Anita Hartig probte zwar sechs Wochen lang für Giuseppe Verdis «Traviata». Drei Tage vor der Premiere musste sie aber alle Vorstellungen absagen. Sonya Yoncheva übernahm ihre Rolle als Violetta Valéry - und wurde umjubelt.

In voller Aktion: Die Kurtisane Violetta in der neuen Traviata am Zürcher Opernhaus.

Bildlegende: In voller Aktion: Die Kurtisane Violetta in der neuen Traviata am Zürcher Opernhaus. zvg

Was für ein Zufall, was für ein Glücksfall. Sonya Yoncheva gilt zurzeit nicht nur als eine der besten Violettas. Sie hat die Partie auch vor kurzem noch mit dem Dirigenten Marco Armiliato und mit Quinn Kelsey als Germont an der Metropolitan Opera gesungen.

So trifft sich das Trio aus New York also gleich wieder, zur neuen Traviata in Zürich. Die Verbundenheit und die Sicherheit, geraten beim Dirigenten Armiliato allerdings bereits an der Premiere zur Routine. Schon die ersten Töne klingen nur einfach leise, und nicht ätherisch oder silbern. Die Mittelstimmen sind nicht ausgearbeitet, Nachschläge haben keinen Charakter. Das ist gerade bei einer Oper, die zum grossen Teil im drei Viertel Takt komponiert ist schnell einfach nur langweilig.

Wenn der Glanz verblasst

«La Traviata » von Giuseppe Verdi erzählt die Geschichte der Kurtisane Violetta Valéry. Der Regisseur David Herrmann siedelt sie in der Gegenwart an und erzählt sie in einem düsteren Einheitsraum, eher als Kammerspiel denn als grosse Oper. Seine Inszenierung löste beim Premierenpublikum ein lautstarkes Duell aus, man konnte sich allerdings einbilden, dass die Bravorufer in der Überzahl waren. Einstimmig und sehr laut war der Applaus für die Einspringerin, für Sonya Yoncheva. Sie wird auch die weiteren Vorstellungen als Violetta im Zürcher Opernhaus singen.