Immer mehr Betreibungen wegen Krankenkassen-Prämien

2015 gab es in der Stadt Zürich mehr als doppelt so viele Betreibungen wegen Krankenkassen-Prämien als vor 15 Jahren. Hinzu kommt, dass die Kassen bei säumigen Zahlern teilweise «exorbitant höhere» Gebühren verlangen. Das Vorgehen der Kassen sei rechtlich fragwürdig, sagen die Stadtammänner.

Betreibungen wegen Krankenkassen-Prämien haben sich in Zürich verdoppelt.

Bildlegende: Betreibungen wegen Krankenkassen-Prämien haben sich in Zürich verdoppelt. Keystone

Bei den Krankenkassen-Prämien stiegen die Betreibungen in den vergangenen 15 Jahren überdurchschnittlich an, wie Yves de Mestral vor den Medien bekanntgab.

De Mestral ist Präsident der Konferenz der Stadtammänner von Zürich und damit der höchste Betreibungsbeamte der Stadt. Auf fast 34 Millionen Franken bezifferten sich diese Betreibungen 2015. Im Jahr 2000 waren es 14,7 Millionen.

Aber nicht nur die ausstehenden Prämien sind massiv angestiegen. Die Kassen verrechnen säumigen Zahlern auch immer höhere Gebühren. «Teilweise werden exorbitante Nebenforderungen geltend gemacht», kritisiert de Mestral.

Gerichte sollten Vorgehen der Kassen beurteilen

Zudem wirft de Mestral den Kassen vor, dass deren Vorgehen möglicherweise den gesetzlichen Vorgaben widerspreche. Er lässt durchblicken, dass er sich eine gerichtliche Klärung dieser Frage wünscht. Selber könnten die Stadtammänner in dieser Angelegenheit jedoch nicht aktiv werden.

Santésuisse bestreitet

Der Krankenkassenverband Santésuisse bestreitet die Vorwürfe der Zürcher Stadtammänner. Die grossen Kassen hätten ihre Gebühren in den letzten Jahren nicht erhöht, erklärte ein Verbandssprecher gegenüber dem «Regionaljournal». Aus einem allfälligen Einzelfall könne man nicht auf alle Kassen schliessen.