In den Zürcher Gefängnissen hat es wieder mehr Platz

Seit rund fünf Jahren sinkt die Auslastung von Untersuchungsgefängnissen und Vollzugseinrichtungen im Kanton Zürich stetig. Einer der Gründe für den rückläufigen Trend: Staatsanwälte ordnen heute weniger oft eine Untersuchungshaft an.

Gefängnisfenster mit Stacheldraht

Bildlegende: 90 Prozent Auslastung: Die Zürcher Gefängnisse sind nicht mehr überbelegt. Keystone

Es ist noch gar nicht lange her, da waren die Zeitungen voll mit Schlagzeilen über die «chronisch überfüllten Gefängnisse» im Kanton Zürich. Doch spätestens seit 2010 nimmt die Auslastung der Zürcher Gefängnisse wieder ab.

2014 lag sie in den zehn kantonalen Einrichtungen (Untersuchungsgefängnisse und Vollzugseinrichtungen) bei rund 90 Prozent. 2010 waren die Gefängnisse noch zu fast 98 Prozent gefüllt. In den 1980er/1990er-Jahren war die Auslastung noch höher – unter anderem wegen der grassierenden Drogenkriminalität

Das Amt für Justizvollzug freut sich über die rückläufige Tendenz. Auf Anfrage schreibt die zuständige Medienstelle: «Insgesamt ist die Gefängnissituation im Kanton Zürich erfreulich und wir sind quantitativ und qualitativ gut aufgestellt.»

Vor allem die Untersuchungsgefängnisse müssten heute weniger Häftlinge beherbergen als früher. Als Grund nennt das Amt für Justizvollzug, dass die Strafverfolgungsbehörden derzeit «weniger häufig und weniger lange U-Haft anordnen».

Gefängnisse sollen trotzdem keine geschlossen werden

Aufgrund des rückläufigen Trends nun aber ein Gefängnis zu schliessen, hält das Amt für eine schlechte Idee: «Das wäre völlig falsch», teilt es mit. «Die Schliessung eines Gefängnisses würde die Platzsituation verschlechtern. Unsere Planung erfolgt nicht kurzfristig, sondern mittel- und langfristig.»

Leerläufe wie die kurzfristige Schliessung und Wiedereröffnung eines Gefängnisses gelte es zu verhindern.