In Winterthur werden die Krippen teurer

Für einen Krippenplatz müssen Eltern in Winterthur in Zukunft tiefer in die Tasche greifen. Das Stadtparlament hat die Subventionen für die Kinderbetreuung im Vorschulalter neu geregelt. Es hat die neuen Regeln allerdings etwas sozialer gestaltet, als dies der Stadtrat vorschlug.

Ein Gestell mit bunten Bechern angeschrieben mit den Namen von Kindern, darin je eine Zahnbürste

Bildlegende: Wer Anspruch auf einen subventionierten Krippenplatz hat, soll ihn in Winterthur auch bekommen. Keystone

Das neue System soll für die Eltern einfacher sein; so sollen sie nicht auf einen subventionierten Krippenplatz warten müssen. Wer sein Kind in einer Krippe oder von einer Tagesfamilie betreuen lässt, kann dies der Stadt melden. Diese prüft dann, ob die Stadt einen Beitrag an die Kosten der Betreuung leistet und wie hoch dieser Beitrag ausfällt.

Gutverdienende fahren schlechter

Entscheidend für die Höhe der Subventionen ist in Zukunft das steuerbare Einkommen der Eltern. Wer weniger als 75'000 Franken im Jahr versteuert, kann mit einem Beitrag der Stadt rechnen. Das sind weniger Eltern als bisher. Der Stadtrat wollte die Grenze bei 85'000 Franken steuerbarem Einkommen ziehen. Das hätte den heutigen Einkommenslimiten ungefähr entsprochen.

Wer weniger als 20'000 Franken Einkommen versteuert, bezahlt für einen Krippenplatz nur den Minimaltarif. Der Grosse Gemeinderat legte ihn auf 15 Franken fest. Auch in diesem Punkt korrigierte das Stadtparlament den Vorschlag des Stadtrates: Dieser wollte die Grenze für den Minimaltarif bei 10'000 Franken steuerbarem Einkommen ziehen.

Teurer wird es aber für alle

Die neue Regelung schont niemanden: Alle Eltern zusammen müssen in Zukunft 1,2 Millionen Franken zusätzlich aufwenden, wenn sie ihre Kinder im bisherigen Rahmen in einer Krippe oder in einer Tagesfamilie betreuen lassen. Dafür sollen mehr Eltern in den Genuss von Unterstützungsgeld für die Kinderbetreuung kommen. Unter dem Strich gibt die Stadt mit dem neuen System deshalb keinen Franken weniger aus.

Im Parlament gab es keine Diskussionen über den Systemwechsel. Die Kommission hatte einen Kompromissvorschlag vorgelegt, mit dem alle Parteien von links bis rechts leben konnten. Die neue Verordnung wurde vom Stadtparlament denn auch einstimmig verabschiedet und kann nun vom Stadtrat in Kraft gesetzt werden.

(seib; Regionaljournal Zürich Schaffhausen, 6:32 Uhr)