In Zürich boomt der Wohnungsbau

In der Stadt wurden im letzten Jahr über 3000 neue Wohnungen fertiggestellt. Das sind so viele, wie seit 1953 nicht mehr. Für den Bauboom sorgen unter anderem die Baugenossenschaften. Mehr als ein Drittel der neuen Wohnungen geht auf ihr Konto.

Baustelle mit mehreren Kränen, Wohnhäuser im Rohbau, davor ein Lager mit Baumaterial

Bildlegende: Die meisten neuen Wohnungen werden im Norden von Zürich aus dem Boden gestampft. Keystone

Exakt 3210 Wohnungen wurden im letzten Jahr in Zürich fertiggestellt. Das ist ein Drittel mehr, als im Jahr zuvor. Schon seit 2011 beobachtet die Stadt einen Boom im Wohnungsbau und sie rechnet damit, dass es auch in diesem Jahr ähnlich weitergeht. Ende 2015 befanden sich fast 6000 neue Wohnungen im Bau.

Baugenossenschaften als treibende Kraft

Die Stadt selber trägt zum aktuellen Bauboom nur wenig bei. Insgesamt vier Prozent der neuen Wohnungen wurden von der öffentlichen Hand erstellt. Den grössten Beitrag leisten die Baugenossenschaften. Mehr als ein Drittel der Wohnungen geht auf ihr Konto. 24 Prozent der Wohnungen wurden von privaten Gesellschaften realisiert. Über 900 Wohnungen (28 Prozent) wurden im Stockwerkeigentum errichtet.

Die Bautätigkeit verteilt sich nicht gleichmässig über die ganze Stadt. Im Kreis 1 entstand im letzten Jahr keine einzige neue Wohnung. In den Kreisen 2 und 4 waren es je über 400. Am meisten gebaut wurde auch im letzten Jahr wieder in Zürich Nord. Im Kreis 12 realisierten zwei Genossenschaften zusammen 500 Wohneinheiten.

Abbrechen und neu bauen

Gebaut wird vor allem auf schon genutzten Arealen. Nur jede 5. Wohnung wurde auf der «grünen Wiese» gebaut. Über 80 Prozent der Wohnungen entstanden im Rahmen von Ersatzneubauten oder Umnutzungsprojekten. Im Rahmen des Wohnungsersatzes wurden im letzten Jahr denn auch 724 Wohnungen abgebrochen. Netto stieg der Wohnungsbestand in der Stadt Zürich um 2486 Wohnungen an.