Integration: Mit massgeschneiderten Massnahmen zum Erfolg

Flüchtlinge sollen im Kanton Zürich möglichst rasch Deutsch lernen und einen Job finden. In seiner neuen Integrationsstrategie legt der Kanton fest, wie das gehen soll: mit Deutschkursen, individueller Förderung und speziellen Angeboten für Traumatisierte. Nur für Jugendliche gibts nicht mehr Geld.

Flüchtlinge diskutieren in Zürich.

Bildlegende: Individuelle Förderung für Flüchtlinge soll in Zürich möglich werden. Keystone

6000 Franken erhält der Kanton Zürich pro anerkanntem oder pro vorläufig aufgenommenem Flüchtling vom Bund. Diese sogenannte einmalige Integrationspauschale will der Zürcher Regierungsrat neu einsetzen. Und setzt dabei auf individuelle Lösungen.

«Gerade aus Syrien kommen viele Flüchtlinge, die studiert haben», sagt Julia Morais, Integrationsbeauftragte des Kantons Zürich. «Wir möchten dieses Potential ernst nehmen und auch einmal einem Flüchtling einen Nachdiplomkurs bezahlen.» Die individuelle Förderung von Flüchtlingen ist deshalb ein zentraler Punkt der neuen Integrationsstrategie. Hinzu kommen spezielle Angebot für traumatisierte Flüchtlinge - besonders für Flüchtlinge aus Syrien und Eritrea.

An erster Stelle steht aber nach wie vor das Erlernen von Deutsch. Mit Intensivkursen sollen die Flüchtlinge so fit gemacht werden für den Arbeitsmarkt. Und dabei auch gleich lernen, wie die Schweiz tickt. «Wir wollen die Flüchtlinge möglichst rasch in den Arbeitsmarkt integrieren», sagt der zuständige Regierungsrat Martin Graf (Grüne). «Nur so finden sie den Weg aus der Sozialhilfe.»

Kein Geld für Jugendliche

Bei all diesen neuen Angeboten gehen die Jugendlichen leer aus. Bis vor kurzem finanzierte der Kanton zwei Jahre lang Kurse zur Berufsvorbereitung. Damit die Jugendlichen gut genug Deutsch sprechen für eine Lehre. Letzten Sommer wurde dieses Angebot auf ein Jahr reduziert.

Und das bleibt so: «Die Finanzierung des zweiten Jahrs für die Berufsvorbereitung kann nicht in die Strategie aufgenommen werden», schreibt der Regierungsrat. Es fehlt an Geld. Der Kanton will das zweite Jahr nicht finanzieren. «Das Parlament hat einen Drittel des Budgets für die Integrationsstelle gestrichen», begründet Regierungsrat Martin Graf seine Haltung.

Die Jugendlichen sollen trotzdem nicht durch die Maschen fallen. «Wir werden versuchen, die Jugendlichen in den individuellen Programmen auf die Lehre vorzubereiten», verspricht Julia Morais.