Internet-Pranger lässt Täter antraben

Knapp 24 Stunden brauchte die Polizei, um via Internet zwei mutmassliche Täter zu finden. Die Männer stellten sich selbst, nachdem die Stadtpolizei verpixelte Bilder ins Netz gestellt hat. Die Beiden sollen in einem Tankstellen-Shop in Zürich einen Mann zusammengeschlagen haben.

Ein Bildschirm mit der Internet-Seite der Stadtpolizei Zürich.

Bildlegende: Seit 2011 setzt die Polizei auch auf die Internet-Fahndung. Oft mit Erfolg. Keystone

Die beiden Männer gehören zu einer Gruppe von vier Leuten, die im letzten Sommer in einem Tankstellen-Shop in Zürich Oerlikon einen Mann brutal zusammengeschlagen haben sollen. Eine Videokamera zeichnete alles auf. Von dieser Kamera stammen auch die beiden Bilder, welche die Stadtpolizei am Montagmorgen verpixelt ins Netz gestellt hat. Schon am Dienstagmorgen konnte die Polizei die Fahndung abschliessen, beide Täter haben sich selbst gestellt. Man habe erwartet, dass es mit der Internet-Fahndung klappe, sagt Marco Cortesi von der Stadtpolizei gegenüber dem «Regionaljournal», aber

« dass es so schnell geht, hätten wir nicht gedacht. »

Trotz des raschen Erfolgs sollen solche Öffentlichkeitsfahndungen aber die Ausnahme bleiben. «Solche Fahndungen werden nur auf Anordnung der Staatsanwaltschaft durchgeführt.« Ausserdem müssen verschiedenste Kriterien erfüllt sein. So muss das Delikt eine gewisse Tragweite aufweisen, das Foto muss zweifelsfrei mit der Tat zusammenhängen und in so guter Qualität vorhanden sein, dass Verwechslungen ausgeschlossen sind. «Eine Öffentlichkeitsfahndung kommt überdies nur zum Zug, wenn alle anderen Fahndungsmittel ausgeschöpft sind», sagt Cortesi weiter.

Zu viele Fahndungen im Internet erachtet Cortesi ausserdem nicht als zweckdienlich: «Würde man jeden Tag Bilder ins Netz stellen, wäre der Fahndungserfolg nicht mehr gleich gross.»