Zum Inhalt springen
Inhalt

Zürich Schaffhausen «Irgendwie geht es immer»

Künftig müssen die Gemeinden im Kanton Zürich sieben Asylsuchende pro 1000 Einwohner aufnehmen. Bisher waren es fünf Asylsuchende. Begründet wird die Massnahme damit, dass der Bund dem Kanton Zürich in den nächsten Wochen eine «unüblich hohe Zahl» von Asylsuchenden zuweise.

Eine Frau mit Kind bezieht eine Flüchtlingsunterkunft
Legende: Die Gemeinden müssen noch mehr Plätze bereitstellen. Keystone

Die bisherige Quote von fünf Asylsuchenden auf 1000 Einwohner (0,5 Prozent) gilt seit 2006. Alle Zürcher Gemeinden erfüllen seit kurzem diese Quote. Um die Unterbringung aller Asylsuchenden aber weiterhin zu gewährleisten, erhöht der Kanton die Zuweisungsquote für die Gemeinden per 1. Januar 2016 auf 0,7 Prozent.

Zivilschutzanlage als temporäre Unterkunft

Als zusätzliche Massnahme eröffnet der Kanton diese Woche an der Turnerstrasse in Zürich ein weiteres Durchgangszentrum mit rund 120 Plätzen, wie es weiter heisst. Die unterirdische Anlage wird befristet für ein Jahr in Betrieb genommen.

Regierungsrat Mario Fehr geht davon aus, dass die Gemeinden die Aufgabe bewältigen können. Er erinnert daran, dass in den Jahren 1998/99 – zur Zeit des Krieges im Kosovo – die Aufnahmequote für die Gemeinden fast doppelt so hoch war, nämlich bei bis zu 13 Flüchtlingen pro 1000 Einwohnern.

Das wird für die Gemeinden und Städte im Kanton Zürich eine grosse Herausforderung.
Autor: Jörg KündigKantonsrat (FDP), Präsident des Gemeindepräsidentenverbandes

Jörg Kündig, Präsident des Gemeindepräsidentenverbandes, zeigt sich von der neuen Massnahme des Kantons überrascht und auch verärgert. «Die neue Anordnung ist sehr kurzfristig», erklärt er gegenüber dem «Regionaljournal». Den Gemeinden bleiben nur knapp zwei Monate, um die neuen Kapazitäten bereitzustellen.

Widerstand ist keine Lösung

Gelassener ist die Reaktion des Gemeindepräsidenten von Rüti, Peter Luginbühl. Seine Gemeinde konnte erst Ende September die Aufnahmequote des Kantons erfüllen. Dies dank der Miete eines alten Wohnhauses. Auch Peter Luginbühl sagt, dass es ein sportliches Ziel sei, für seine Gemeinde zusätzliche 24 Plätze zur Verfügung zu stellen - aber «es geht immer». Man habe nun einmal ein Problem, und dieses müssten alle Gemeinden gemeinsam lösen. «Lieber die Energie in eine Lösung stecken, als in den Widerstand», so der FDP-Gemeindepräsident von Rüti.

Erst im September hatte die Sicherheitsdirektion über die Asylsituation im Kanton Zürich orientiert. Man sei gut vorbereitet, sagte Sicherheitsdirektor Mario Fehr damals vor den Medien. Ende Oktober werde man die Situation neu beurteilen. Von höheren Aufnahmequoten für die Gemeinden war damals nicht die Rede.

Keine wichtigen News verpassen

Erhalten Sie die wichtigsten Nachrichten per Browser-Push-Mitteilungen.

Push-Benachrichtigungen sind kurze Hinweise auf Ihrem Bildschirm mit den wichtigsten Nachrichten - unabhängig davon, ob srf.ch gerade geöffnet ist oder nicht. Klicken Sie auf einen der Hinweise, so gelangen Sie zum entsprechenden Artikel. Sie können diese Mitteilungen jederzeit wieder deaktivieren.

2 Kommentare

Navigation aufklappen Navigation zuklappen

Sie sind angemeldet als Who ? (whoareyou) (abmelden)

Kommentarfunktion deaktiviert

Uns ist es wichtig, Kommentare möglichst schnell zu sichten und freizugeben. Deshalb ist das Kommentieren bei älteren Artikeln und Sendungen nicht mehr möglich.

  • Kommentar von Hans König (Hans König)
    Jörg Kündig hat recht, dass er sich wehrt. Jetzt sind es 7 Flüchtlinge (davon zwei echte) und in zwei Monaten sind es 12 Personen und die Kosten steigen. Frau BR Sommaruga soll zuerst die Hausaufgaben richtig machen und die Wirtschaftsflüchtlinge sofort ausschaffen. Die Asylpolitik läuft aus dem Ruder und die Verantwortlichen sind nicht fähig Ordnung in die verfahrene Sache zu bringen. Schade, dass in drei Monaten nicht noch einmal nationale Wahlen stattfinden; die Linken könnten einpacken.
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von Bruno Janthiang (Bruno Janthiang)
    **** Jörg Kündig.... «Die neue Anordnung ist sehr kurzfristig», **** Nun dann ad Sack, diese zeit sollte auch der Politik reichen. Liefern nicht Lafern sagt man dem Büezer.
    Ablehnen den Kommentar ablehnen