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Jahresrückblick 2012 Turbulenzen bei den Kloten Flyers

«Es hat mich getroffen, ich war wütend, enttäuscht. Und ich kann es heute noch nicht verstehen.» Das sagt Kloten-Urgestein Felix Hollenstein zu seiner Entlassung. Diese war der Höhepunkt eines turbulenten Jahres für den Eishockeyclub Kloten Flyers - Fastpleite und Schlammschlacht inklusive.

Felix Hollenstein in schwarzem Pullover und schwarzer Lederjacke im Eishockeystadion in Kloten.
Legende: Ein schmerzhafter Abschied: Felix Hollenstein, Ex-Spitzenspieler und Assistenztrainer der Kloten Flyers, musste gehen. SRF

«Ich habe viele schöne Erinnerungen an diesen Ort. Er war jahrelang sozusagen mein Wohnzimmer», sagt Felix Hollenstein, als er mehr als vier Monate nach seinem Rauswurf beim Eishockeyclub Kloten Flyers wieder im Stadion sitzt.

Die Entlassung von Felix Hollenstein, der 27 Jahre lang bei den Kloten Flyers war, anfangs als Spieler, später als Assistenztrainer, war das letzte Kapitel in einem Jahr voller Turbulenzen für den Traditionsclub Kloten Flyers.

Die Flyers kurz vor dem Absturz

Im Dezember 2011 wurde bekannt, dass in der Clubkasse ein Loch von mehreren Millionen Franken klafft. Und dann begann, was das Kloten Flyers-Jahr 2012 prägte: Auf jede Hiobsbotschaft folgte die Präsentation eines vermeintlichen Retters und dann wieder die Ernüchterung.

Zunächst war es Sportjournalist Adrian Fetscherin, der den Club übernehmen wollte - «praktisch ohne Schulden.» Er zog sich zurück.Sein Vorwurf an die Adresse des Clubpräsidenten Jürg Bircher:

Man hat mich willentlich falsch informiert und über das Ausmass der finanziellen Misere in Unkenntnis gelassen.

Es folgten gegenseitige Beschuldigungen, eine Schlammschlacht und die Nachricht, dass die Spieler keine Löhne mehr erhalten.

Der nächste Retter hiess Hans-Ueli Lehmann. Auch er wollte einsteigen, auch er zog sich zurück:

Die Situation ist bedeutend schlimmer als angenommen, die Löcher sind dermassen gross, dass eine Sanierung unmöglich ist.

Die Rettung

Kloten stand kurz vor dem Absturz. Und schaffte doch die Wende. Ende Mai gründete der ehemalige Präsident Peter Bosshard eine Task Force.

Anfang Juni präsentierte er den Unternehmer und Denner-Erbe Philippe Gaydoul und den Banker Thomas Matter als neue Investoren.

Es gelang, den Schuldenberg abzubauen und am 28. Juni 2012 verkündete Peter Bosshard: «Die Kloten Flyers sind gerettet.»

Für Felix Hollenstein bedeutete diese Rettung die Kündigung:

Es kam völlig unvermittelt.

sagt Hollenstein im Interview mit dem «Regionaljournal Zürich Schaffhausen». «Ich war wütend und enttäuscht - und ich verstehe es heute noch nicht.» Er sei kein Mensch, der nach einer so langen Beziehung einfach einen Schlussstrich ziehen könne. Und trotzdem sagt er «Der Club wird immer in meinem Herzen bleiben.» Schliesslich verbrachte er 27 seines Lebens im Stadion am Schluefweg.

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