Jeder zweite Platz blieb leer

Das Zürcher Schauspielhaus lockte in der Saison 2014/2015 weniger Publikum ins Theater. Im Pfauen war im Schnitt nur jeweils der halbe Saal besetzt. Das Schauspielhaus erklärt dies mit ihrem risikoreichen Spielplan.

Szene aus dem Theaterstück «Drei Schwestern»

Bildlegende: Das Stück «Drei Schwestern» lockte 9094 Zuschauer ins Theater. Keystone

Insgesamt besuchten in der Spielzeit 2014/2015 141'196 Personen die Vorstellungen im Zürcher Schauspielhaus. Das sind 20'000 Zuschauer weniger als im Vorjahr, entspricht aber etwa dem Durchschnitt der letzten 15 Jahre. Entsprechend fällt die Bilanz der Schauspielhaus AG aus: «Wir sind durchschnittlich zufrieden», erklärt Sebastian Steinle von der Medienstelle.
Insgesamt 617 Vorstellungen wurden unter der künstlerischen Leitung von Barbara Frey gegeben. Die erfolgreichste Produktion sei das Familienstück «Die Brüder Löwenherz» von Astrid Lindgren mit 12'818 Zuschauern gewesen, teilt die Schauspielhaus AG mit.

Erfolgreicher Pfauen

Bei den insgesamt 264 Vorstellungen auf der Pfauenbühne wurden 96'433 Zuschauer gezählt. Das bestätige die Bedeutung der grössten Bühne des Schauspielhauses, so Sebastian Steinle.

In der Schiffbau-Halle besuchten 14'000 Zuschauer die 59 Vorstellungen. In der Box wurden in 83 Vorstellungen 13'452 Zuschauer gezählt. Sehr gut ausgelastet waren «Bartleby, der Schreiber», «Frühstück bei Tiffany» und das Projekt «Die schönsten Sterbeszenen in der Geschichte der Oper».

Riskanter Spielplan

Dass die Zuschauerzahlen in der letzten Saison rückläufig waren, ist für Sebastian Steinle erklärbar: «Wir haben bewusst auf einen risikofreudigeren Spielplan gesetzt, in dem auch unbequeme und unbekanntere Stoffe enthalten waren».

Im vergangenen Geschäftsjahr erzielte die Schauspielhaus AG einen Gewinn von 29'500 Franken.