Jetzt schwingen die Geiger den Taktstock

Zwei grosse Geiger bei kleinen Orchestern: Das Zürcher Kammerorchester und das Musikkollegium Winterthur haben beide Geiger je als musikalische Leiter verpflichtet. Sie könnten unterschiedlicher nicht sein.

Wenn Daniel Hope mit seiner Geige auf der Bühne steht, dann steht vor ihm statt eines Notenständers ein iPad. Seine Geigenklänge sind auch einmal elektronisch verfremdet, und statt des traditionellen Fracks tritt er im lässigen Jackett auf. Der 43-jährige Südafrikaner gilt als Paradiesvogel. Er ist nicht nur Violinist, sondern auch Produzent und Buchautor («Wann darf ich klatschen?» war ein Bestseller) - und nun neuer «Musical Director» des Zürcher Kammerorchesters.

«  Mit dem ZKO habe ich quasi eine musikalische Spielwiese »

Daniel Hope
Chefdirigent Zürcher Kammerorchester

Mit diesem verbindet Hope eine lange Geschichte: Schon als junger Geiger sammelte er erste Erfahrungen mit dem ZKO. «Ich bin gross geworden mit dem Orchester», so Hope, «deshalb habe ich das Gefühl, dass ich nach Hause gekommen bin.»

Auch Thomas Zehetmair (55), der neue Chefdirigent des Musikkollegiums Winterthur, kennt sein Orchester schon gut: «Wir haben schon fünf Projekte zusammen realisiert, und es waren immer sehr schöne Projekte.»

«  Ich finde es sehr schön, vor den Leuten zu stehen, sie zu lenken und zu inspirieren. »

Thomas Zehetmair
Chefdirigent Musikkollegium Winterthur

Der Salzburger Violinist gilt als stiller Künstler. Lange hat er gleichzeitig dirigiert und Geige gespielt. In Winterthur lässt er aber die Geige fast ganz liegen, denn als Dirigent könne er viel intensiver arbeiten, sagt Zehetmair.