Jubiläum und Abschied im Fotomuseum Winterthur

Das Fotomuseum Winterthur feiert seinen 20. Geburtstag mit der neuen Ausstellung «Concrete - Fotografie und Architektur». Gleichzeitig verliert das Museum seinen Mitgründer und Direktor Urs Stahel.

Urs Stahel.

Bildlegende: Bitte recht freundlich! Urs Stahel in seinem Museum. Keystone

Wer sich für Fotografie interessiert, fährt nach Winterthur. Dort stehen nicht nur das Fotomuseum und die Fotostiftung, sondern dort heisst sogar die Bushaltestelle «Fotozentrum».

Die Fotostiftung gibt es seit 10 Jahren, das Fotomuseum seit 20 Jahren. Gegründet wurde es von George Reinhart, Walter Keller und Urs Stahel. «Als wir 1990 zusammensassen und die ersten Pläne für das Museum machten, hatten wir keine Ahnung, ob das überhaupt irgendjemanden interessiert», erzählt Urs Stahel im Interview mit dem «Regionaljournal». Es dauerte nur unglaublich kurze zweieinhalb Jahre von der ersten Planung bis zur Eröffnung im Januar 1993. «Es ging unschweizerisch schnell».

Eine Erfolgsgeschichte

Stahel selbst wurde Direktor und Kurator dieses Museums, das eigentlich eher ein Wechselausstellungsinstitut ist. In vier bis fünf Ausstellungen jährlich werden hier Werke von internationalen Fotografinnen und Fotografen präsentiert. Nicht die schönsten Bilder sollen gezeigt werden, sondern die prägnantesten. So zum Beispiel von Ai Wei Wei, Walker Evans oder Nan Goldin.

Das Fotomuseum Winterthur wurde ein Erfolg. Schon in den ersten Jahren besuchten gegen 30'000 Interessierte die Ausstellungen. 2003 wurde das Museum erweitert und die Schweizerische Fotostiftung zog auf das gleiche Areal. Gemeinsam werden Ausstellungsräume, die Bibliothek, der Shop und das Bistro «George» genutzt.

«Das Kind ist nun erwachsen»

Seit der Gründung 1993 ist Urs Stahel Direktor und Kurator des Fotomuseums. Im Sommer tritt er - mit einem Funken Wehmut - zurück. Sein Kind, das Museum, sei nun erwachsen und nun sei es gut für ihn und das Fotomuseum, einen neuen Weg zu gehen, sagt Stahel. Der 59jährige wird sich aber nicht einfach zur Ruhe setzen. Er will sich selbstständig machen und als Kurator, Autor und Dozent arbeiten. Wer sein Nachfolger wird, sollte in den nächsten zwei bis drei Wochen bekannt gegeben werden.