Kanton schiesst Geld für Neubau des Kantonsspitals Winterthur vor

Das Kantonsspital Winterthur (KSW) braucht wegen steigender Patientenzahlen mehr Platz. Der Zürcher Regierungsrat will nun 350 Millionen Franken bereit stellen, damit das Hochhaus des KSW durch einen Neubau ersetzt werden kann. Er spielt die Bank für das Spital.

Das Kantonsspital Winterthur mit dem markanten Hochhaus rechts im Bild und der Spital-Tafel KSW im Vordergrund.

Bildlegende: Im Hochhaus habe das KSW mit baulichen und betrieblichen Mängeln zu kämpfen, sagt die Regierung. Keystone

Der Zürcher Regierungsrat will dem KSW einen Kredit von 350 Millionen Franken gewähren, das Kantonsparlament muss diesem Geschäft aber noch zustimmen. Der Kredit kommt einer Vorfinanzierung gleich, denn mit der Einführung der Fallpauschalen haben alle Spitäler auch ihre Investitionen selber zu tragen. Der Kanton erhält die 350 Millionen innerhalb von 30 Jahren wieder zurück.

In dieser Zeit fungiert der Kanton als Bank fürs Kantonsspital. Laut Gesetz darf das Spital kein Geld auf dem Kapitalmarkt aufnehmen. Es bleibe also nur der Kanton als Kreditgeber, sagt Felix Bossart, der in der kantonalen Gesundheitsdirektion für die Investitionen verantwortlich ist.

Kein Zusammenhang mit Privatisierungsplänen

Wäre das Kantonsspital bereits privatisiert - so wie das der Kanton plant - dann wären die Voraussetzungen andere, dann dürfte das KSW auch bei privaten Geld- und Kreditgebern anklopfen. Der 350 Millionen Franken-Kredit für den Neubau habe aber nichts mit den Privatisierungsplänen zu tun und tangiere diese auch nicht, sagt Bossart.

Immer mehr Patientinnen und Patienten

Im KSW werden heute rund 180'000 Personen ambulant und stationär behandelt, im Jahr 1997 waren es noch rund 80'000. Als letzte grosse Baumassnahme wurde zwischen 2001 und 2006 der Behandlungstrakt saniert und erweitert. Bloss reicht das bereits nicht mehr. Nun soll das 18-geschossige Hochhaus aus dem Jahr 1969 ersetzt werden, wegen baulicher und betrieblicher Mängel. Im Kredit von knapp 350 Millionen Franken sind 48 Millionen für medizinische Apparate und Ausstattung enthalten.