Kanton Zürich verspricht Hilfe bei der Spurensuche

Der Kanton Zürich will den früher zu Unrecht weggesperrten Menschen Unterstützung anbieten. Fachleute des Staatsarchivs und der Opferberatung stehen zur Verfügung.

Gitter beim Frauengefängnis Hindelbank

Bildlegende: Auch in Hindelbank wurden Frauen «versorgt» - ohne ein Verbrechen begangen zu haben. Keystone

Im Februar 2013 hat der Regierungsrat anerkannt, dass auch im Kanton Zürich bis in die 1980er Jahre viele Menschen zu Unrecht weggesperrt wurden: Kinder aus ärmlichen oder schwierigen Familienverhältnissen konnte es passieren, dass sie verdingt, in ein Heim oder gar ins Gefängnis gesteckt wurden.

Im April will sich Bundesrätin Simonetta Sommaruga im Namen der Schweiz offiziell bei den Betroffenen entschuldigen. Der Kanton Zürich schliesst sich dieser Entschuldigung gemäss Regierungsrat an.

Er hat nun auch die zuständigen Stellen bezeichnet, die Unterstützung anbieten sollen. Es handelt sich um das Staatsarchiv und die Opferberatung Zürich.

Die Fachleute des Staatsarchivs sollen die Betroffenen bei der Suche nach Akten unterstützen. «Damit erhalten diese Menschen Gewissheit darüber, was sie zum Teil vielleicht auch verdrängt haben. Das kann weh tun, aber auch helfen, einen Schlussstrich zu ziehen», sagt Staatsarchivar Beat Gnädinger.

Je nachdem kommt in einem weiteren Schritt auch eine finanzielle Entschädigung für das erlittene Unrecht in Betracht. Um dies beurteilen zu lassen, können sich die Betroffenen an die Opferberatung wenden.