Kantonspolizei setzt Staatstrojaner nicht mehr ein

Die Kantonspolizei Zürich verzichtet auf ihre neue und umstrittene Spionagesoftware. Sie kommt damit einer Aufforderung der Lieferfirma nach. Diese warnt, dass die Software nach einem Hackerangriff nicht mehr sicher sei.

Eine Zürcher Kantonspolizistin am Hauptbahnhof.

Bildlegende: Die Kantonspolizei Zürich verwendet die Schnüffelsoftware nicht mehr, weil sie laut Herstellerfirma zu unsicher ist. Keystone

Erst kürzlich hat die Kantonspolizei Zürich die Spionage-Software bei der italienischen Firma Hacking Team gekauft - und auch zweimal eingesetzt, obwohl in der Schweiz die gesetzliche Grundlage dafür fehlt.Nun aber ist schon wieder Schluss. «Die Software wird nicht mehr verwendet,» bestätigt eine Sprecherin der Kantonspolizei gegenüber blick.ch.

Der Rückzieher erfolgte, weil zuvor die Herstellerfirma vor ihrer eigenen Überwachungssoftware gewarnt hat. Nachdem Hacker den Programmcode veröffentlicht hätten, sei die Sicherheit der Software nicht mehr gewährleistet, heisst es auf der Website des Unternehmens.

Und weiter: «Vor dieser Attacke kontrollierte Hacking Team, wer Zugriff auf dieseTechnik hatte, die nur an Regierungen und Behörden verkauft wurde. Nun ist diese Kontrolle verlorengegangen.Terroristen, Erpresser und andere können diese Technologie einsetzen, wenn sie die technischen Fähigkeiten besitzen.»