Kantonsratswahlen Schaffhausen: Das Stimmungsbarometer

Nach den Wahlen ist vor den Wahlen: Was die Parteien nach den Regierungsratswahlen erwarten für die Schaffhauser Kantonsratswahlen.

Natürlich lassen sich die Wahlen nicht eins zu eins vergleichen: Regierungsratswahlen sind Personenwahlen, bei Parlamentswahlen geht es naturgemäss mehr um die Parteien und ihre Profile. Trotzdem lässt sich nach den Exekutivwahlen vom Sonntag etwas über die politische Stimmungslage im Kanton Schaffhausen sagen. So steigt SVP-Fraktionschef Andreas Gnädinger optimistisch in den Schaffhauser Kantonsratswahlkampf: Ein bis zwei zusätzliche Sitze seien realistisch, so Gnädinger.

Auch die Grünliberalen fühlen sich gestärkt. Obwohl es die Partei in Schaffhausen erst seit zwei Jahren gibt, hat sie nun bereits einen Stadtratssitz erobert. GLP-Präsidentin Regula Widmer ist überzeugt, dass dieser Erfolg die Partei weiter beflügeln werde.

Viele Optimisten im Vorfeld der Kantonsratswahlen, ein Pessimist

Die AL-Kandidatinnen und der Kandidat der Ökoliberalen Bewegung ÖBS schafften den Sprung in die Regierung nicht. Es werde schwierig werden, ihre beiden Kantonsratssitze zu halten, sagt ÖBS-Kantonsrätin Iren Eichenberger – sie war jahrelang Präsidentin der Partei.

Ganz anders schätzt die Alternative Liste AL ihre Ausgangslage ein, auch wenn die beiden Kandidatinnen der AL bei den Regierungsratswahlen eine Niederlage einstecken mussten. Parteipräsident Till Aders ist überzeugt, dass die AL in der letzten Legislatur wichtige politische Akzente gesetzt habe. Er rechnet daher mit ein bis zwei Sitzen zusätzlich.

FDP und SP gehen davon aus, dass sie ihre Sitze halten können. Nach dem Erfolg bei den Regierungsratswahlen schaue man guten Mutes in Richtung Kantonsratswahlen, so FDP-Vizepräsident Thomas Hauser. Und obwohl es für die Sozialdemokraten schwierig war, auf dem Land Stimmen zu holen für den Regierungsrat, ist SP-Präsident Werner Bächtold zuversichtlich für die Kantonsratswahlen – und glaubt an zusätzliche Sitze.