Kehrtwende: Strauhof bleibt Literaturmusem

Der Protest war stärker. Die Stadt Zürich revidiert ihre Pläne, das Literaturmuseum Strauhof zu schliessen und an seiner Stelle das Junge Literaturlabor JULL einzurichten. Am Projekt JULL hält der Stadtrat zwar fest, aber an einem anderen Ort. Das Strauhof-Komitee möchte aber nicht jubeln.

Mitglieder des Komitees beim Protest-Umzug und der Übergabe einer Petition an den Stadtrat Zürich.

Bildlegende: Ein Komitee hat erfolgreich gegen die Schliessung des einzigen Literaturmuseums der Schweiz gekämpft. Keystone

Die Stadt Zürich hat ihre Pläne im Bereich der Literaturförderung gründlich überarbeitet. Das Literaturmuseum Strauhof bleibt erhalten, das geplante Junge Literaturlabor JULL soll in der Bärengasse realisiert werden. Das Konzept des Literaturmuseums wird aber überarbeitet. Die Stadt hält nämlich daran fest, dass eine neue, private Trägerschaft die Ausstellungen verantworten soll.

Für diese Aufgabe können sich Interessierte nun melden. Eine Jury wird dann die eingereichten Konzepte bewerten und dem Stadtrat eine Empfehlung abgeben, teilt der städtische Kulturdirektor Peter Haerle mit. Die neue Trägerschaft kann die Ausstellungsräume des Strauhof unentgeltlich nutzen, erhält einen Startbeitrag von 50'000 Franken, einen jährlichen Unterstützungsbeitrag von 425'000 Franken sowie weitere Sachleistungen.

Kein Grund zur Freude beim Strauhof-Komitee

Das Strauhof-Komitee, das monatelang für den Erhalt des Literaturmuseums gekämpft hat, mag aber nicht jubeln. Urs Kummer vom Komitee bemängelt, dass die Stadt nur 425'000 Franken zur Verfügung stellt: «Das ist ein Affront!» Bisher gab die Stadt Zürich 1,5 Millionen Franken für den Betrieb des Strauhofs aus. «Mit diesem Betrag kann man höchstens ein paar Bücher und Schaukästen hinstellen», meint Kummer. Das Ziel des Komitees sei aber, dass weiterhin «opulente, einladende Ausstellungen» im Strauhof gemacht werden.

Geht es nach den Plänen der Stadt Zürich, soll der neue Ausstellungsbetrieb im Strauhof im September 2015 beginnen.