Kein Platz für «Rostlaube» in Uster

Eine deutliche Mehrheit der Ustermer Stimmberechtigten ist dagegen, dass der Buswendeplatz bei der Schifflände um 100 Meter verschoben wird. Dies bedeutet, dass das geplante Seerestaurant dort nicht gebaut werden kann.

Das rostige «Restaurant Nannini» an der Expo02 in Murten. Ein privater Verein will es in Uster wieder aufstellen.

Bildlegende: Das rostige «Restaurant Nannini» an der Expo02 in Murten. Ein privater Verein wollte es in Uster wieder aufstellen. Keystone

Eigentlich ging es um die Verschiebung eines Buswendeplatzes in Niederuster. Die Ustermer sollten dafür einen Kredit von 480'000 Franken absegnen. Hinter dieser Abstimmung versteckt sich jedoch ein jahrelanger Streit, der weit über Uster hinaus für Schlagzeilen gesorgt hat: Darf in Uster am Ufer des Greifensees ein Seerestaurant gebaut werden?

Der Buswendeplatz sollte bei der Schifflände nämlich Platz schaffen für das geplante Restaurant im rostigen «Pavillon Nouvel» von der Expo02. Das Projekt eines privaten Vereins ist seit Jahren durch Rekurse blockiert. Die Stadt Uster wollte selbst ein Baugesuch für das Seerestaurant einreichen.

Sämtliche Parteien waren dafür

Nun wird daraus nichts: Mit 61 Prozent Nein-Stimmen lehnten die Ustermer den Kredit ab. Dies ist ein grosser Erfolg für Werner Kessler. Der parteilose Gemeinderat ist seit vielen Jahren ein Gegner der sogenannten «Rostlaube». Er hatte gegen den Kredit das Volksreferendum ergriffen - und hat sich nun gegen sämtliche Parteien und den Ustermer Stadtrat durchgesetzt.

Er sei nicht überrascht, sagt Kesslern gegenüber dem «Regionaljournal Zürich Schaffhausen»: «Die Leute haben jetzt einfach die Nase voll von den Plänen des Stadtrats!» Deshalb habe er ganz klar mit einem Erfolg an der Urne gerechnet. Die Ustermer seien zwar für ein Seerestaurant bei der Schifflände - aber gegen diese «Rostlaube».

Stadtrat geht über die Bücher

Der zuständige Ustermer Stadtrat Thomas Kübler (FDP) zeigte sich gegenüber dem Regionaljournal enttäuscht über das Abstimmungsergebnis. Nun müsse sich der private Verein weiter um das Projekt bemühen. Ob die Stadt sich noch einmal dafür engagiert, liess Kübler offen: «Wir gehen nochmal über die Bücher.»