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Keine Ausbildung mehr Theater Hora wird Opfer des eigenen Erfolgs

Abruptes Ende: Die Schauspielausbildung für Menschen mit einer Behinderung am Theater Hora ist auf Eis gelegt.

Zwei Männer und eine Frau mit roten Nasen auf einer Bühne
Legende: Eine Szene aus dem Stück «Il sogno della vita», welches das Theater Hora 2004 aufführte. Keystone

Im Herbst hätte die Ausbildung starten sollen. Sieben junge Menschen mit einer Behinderung hätten mit der Schauspielschule am Theater Hora beginnen wollen. Daraus wird nun aber nichts: Die Ausbildung kann nicht starten. Das bestehende Ensemble sei bereits zu gross und könne die Lernenden nach der Ausbildung nicht mehr aufnehmen, erklärt der interimistische Gesamtleiter des Theater Hora, Curdin Casutt.

Wir können nur Leute ausbilden, wenn wir ihnen nachher auch eine Festanstellung bieten.
Autor: Curdin CasuttGesamtleiter Theater Hora

Trotzdem zeigen im «Tages-Anzeiger» mehrere Eltern kein Verständnis. Sie schlagen zum Beispiel vor, dass ein zweites Ensemble gegründet wird. «Das ist so kurzfristig keine Option», antwortet Casutt. Langfristig aber werde jede Möglichkeit geprüft, damit die Ausbildung zu einem späteren Zeitpunkt wieder angeboten werden könne.

Für die angehenden Lernenden soll nun eine andere Lösung gesucht werden. «Wir sind im Dialog mit den direkt Betroffenen», so Casutt. Die Stiftung Züriwerk bietet ihnen die Möglichkeit, innerhalb des Züriwerks eine andere Beschäftigung zu finden.

4 Kommentare

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  • Kommentar von Urs Beeler (Uorsin)
    (Fortsetzung) ... Einer der wichtigsten Ausbildungsinhalte in jeder Schauspielschule ist der Erwerb von Bühnenerfahrung über Aufführungen und Workshops - durchschnittlich je 50-60 im Verlauf der Lehrzeit. Somit besteht faktisch das Parallelensemble seit dem Start der Ausbildungslehrgänge. Einmal mehr steht also nicht der Mensch im Zentrum (7 neue Schauspiel Lernende) sondern eine neue Strategie. Bedenklich für eine Soziale Institution.
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  • Kommentar von Urs Beeler (Uorsin)
    Die Aussagen des seit Mitte Februar 2018 amtierenden Interimsgesamtleiters Herr Casutt können so nicht stehen gelassen werden. Theater HORA - Stiftung Züriwerk hätte die 7 Kandidaten nicht ohne Lehre zurück auf die Strasse stellen müssen. Das von der Ausbildungsleitung auf 12-jähriger Arbeit basierende und dazu vorgeschlagene Konzept hat aber nicht in seine strategischen Überlegungen gepasst. ... (Fortsetzung im nächsten Kommentar)
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  • Kommentar von Lydia Landert (lydialandert)
    Zum Interview C. Casutt: Statt die Köpfe von 7 jungen Menschen mit Behinderung so kurzfristig (Info am 13. April) rollen zu lassen, hätte man mit entsprechend abgewandelten Ausbildungsverträgen 3 Jahre Zeit gehabt für eine sinnvolle Reorganisation im Theaterbetrieb und deren Ausbildung (PrA zur Schauspielerei). Offenbar fehlt der Leitung der Wille zu einer Kompromisslösung. Am runden Tisch vom Mo 23.04.2018 war die Leitung Züriwerk unter keinen Umständen bereit dazu. (betroffene Eltern)
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