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Keine Nationalitätennennung Kritische Worte im Zürcher Stadtparlament

Der Entscheid, in Polizeimitteilungen keine Nationalitäten mehr zu nennen, gab im Parlament noch einmal zu reden.

Mann mit Stirnglatze und grauen Haaren, vor ihm viele Mikrofone
Legende: Nicht nur die Medien stellen Fragen, auch die Parlamentarier: Richard Wolffs neue Kommunikationsstrategie. Keystone

Ursprünglich kam der Auftrag aus dem Zürcher Stadtparlament. Dieses verlangte von Sicherheitsvorsteher Richard Wolff (AL), in Polizeimitteilungen keine Nationalitäten von Verdächtigen mehr zu nennen.

Nun, da Stadtrat Wolff diesen Auftrag erfüllt hat, gab der Entscheid noch einmal Anlass zu Diskussionen – obwohl das Thema nicht auf der Traktandenliste des Parlaments stand. Urs Fehr (SVP) warf Wolff «stalinistische Zensur» vor, er wolle wissen, welche Nationalität ein Straftäter habe.

Es gehe genau nicht um Täter, entgegnete Andreas Kirstein (AL). «Es sind mutmassliche Täterinnen und Täter, auch Sie alle wären froh, wenn die Unschuldsvermutung gilt», gab er zu bedenken. Die Nennung eines einzelnen Merkmals sei irreführend oder gar ehrverletzend.

In drei Jahren wieder alles beim Alten?

Etwas gelassener sah Severin Pflüger (FDP) die ganze Diskussion. Er halte zwar nichts vom Entscheid, die Nationalität eines Verdächtigen nicht mehr zu nennen, durchsetzen werde sich diese Praxis aber wohl nicht, sagte er. Die Polizei müsse Journalistinnen und Journalisten auf Anfrage schliesslich Auskunft geben. Daher werde die Polizei einfach zwei Mitteilungen vorbereiten – eine erste ohne Nationalität, eine zweite mit. «In etwa zwei, drei Jahren wird sich die Polizei sagen: wir machen wieder nur eine Mitteilung – mit Nationalität», glaubt er.

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24 Kommentare

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  • Kommentar von Stefan Müller (StefanMüller)
    Noch schlimmer als das Wolf das Volk wieder Bevormunden und Erziehen will (so sind Linke halt) finde ich schlimm wie viel Anklang er noch dafür findet. Im Sinne von "Ja bitte Papa sag uns was wir denken und machen dürfen und was nicht. Wir sind ganz brav" Man hat das Recht auf voller Transparenz und sicher keine Vorschriften was wir erfahren und denken dürfen und was nicht. Das kommt an verschiedenen Orten leider schon oft genug vor. Ja, gerade in der Politik. Dann muss man es nicht noch stärken
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  • Kommentar von Thomas Fuchser (Platoniker)
    Warum die ganze Aufregung? Die die nicht wollen, dass die Nationalität genannt wird, wissen genau, wie die Nationen verteilt sind. Die die wollen dass sie genannt wird, wissen genau wie sie verteilt ist... Die Ersten sagen indirekt: wir wollen nicht dass die Befürchtungen verstärkt werden, die Zweiten wollen, dass die Befürchtungen verstärkt werden... aber hey, man darf ja nachfragen! Wo ist das Problem? Und zu Kktd (Versteckis?): Dann ist Zensur ja gut, denn dann kommt am Schluss alles raus;-)
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  • Kommentar von Josephk Ernstk (Joseph ernst)
    Jeder normal denkende Bürger wird wohl der schwachsinnigen Aussage bez. häuslicher Gewalt nicht anheim fallen. Die Kriminalitäts-Statistiken sind bekannt und widerspiegeln das Verhältnis Schweizer - Ausländer !
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